Dirk Griesel ist Sozialpädagoge und arbeitet im Koblenzer Hospizverein als Kinder-, Jugend- und Familientrauerbegleiter. Er hilft Familien mit erkrankten Kindern und das zum Teil auch über Jahre hinweg. Denn in der Kinderhospizarbeit ist es oft eine Lebensbegleitung und keine Sterbebegleitung.
Was macht die Arbeit im Bereich der Kinderhospizarbeit aus?
Der Verein bildet ehrenamtliche Mitarbeiter aus, die Familien Zuhause unterstützen, ihnen Zeit schenken und sich um die Geschwister kümmern. Als hauptamtlicher Mitarbeiter spricht Dirk Griesel unter anderem mit den Eltern darüber, wo das Kind versterben soll und wie die Beerdigung gestaltet werden soll. "Das sind natürlich die schwierigsten Fragen, die wir haben, aber für die Eltern sind sie wichtig, dass wir sie auch im Vorfeld besprechen. Denn wenn der Tag X da sein sollte, dann ist da auch eine Überforderung."
Wir lernen besondere Menschen kennen und es ist eine sehr erfüllende Arbeit.
Als hauptamtlicher Mitarbeiter kümmert sich Griesel aber auch um bürokratische Dinge, bei denen Eltern vielleicht nicht weiterkommen oder sich nicht gut genug auskennen. Für ihn ist seine Arbeit ein Privileg. "Wir lernen besondere Menschen kennen und es ist eine sehr erfüllende Arbeit." Für Dirk Griesel bleiben die Momente in Erinnerung, wenn sich eine Familie meldet, weil ihr Kind verstorben ist. "Wenn ich die Familie in dieser schweren Zeit begleiten darf, gemeinsam Abschied nehmen darf, das sind ganz besondere Momente. Man weiß dann auch, wofür man es macht."
Wie werden Kinder und Jugendliche bei der Trauerbegleitung unterstützt?
Der Koblenzer Hospizverein bietet auch eine Trauergruppe für Kinder und Jugendliche an, die beispielsweise ein Elternteil verloren haben. Diese Gruppe ist für alle Kinder und Jugendliche aus der Umgebung. Das Angebot ist laut Dirk Griesel kostenlos. "Jede Stunde steht unter einem anderen Motto. In dieser Woche schauen wir auf Trauer und Karneval - und was es miteinander zu tun hat." Zudem gibt es auch immer einen kreativen Teil, wo zum Beispiel etwas zusammen gebastelt wird.
Früher Tod eines Elternteils Wie lassen sich Kinder in ihrer Trauer begleiten?
Stirbt ein Elternteil früh, brauchen Kinder besondere Begleitung. Trauerbegleiterin Ulrike Schmidt-Bommas weiß, wie man kindgerechte Wege durch die Trauer findet.
"Die Trauergruppe ist für die Kinder ein Ort, wo sie nicht alleine sind und andere Kinder erleben, die ein ähnliches Schicksal haben", sagt Dirk Griesel. Das sei für die Trauerarbeit sehr wichtig, denn in der Gruppe müssten sie sich nicht erklären, da sie wissen, wie es den anderen Kindern geht. "Ich hatte mal einen Vater in der Gruppe, der gesagt hat: 'Für meinen Sohn ist es unheimlich wichtig andere Kinder zu sehen, die auch ein Elternteil verloren haben, weil er sonst kein anderes Kind kennt'", erklärt Griesel.
Wie werden Ehrenamtliche auf die Arbeit vorbereitet?
Bevor die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Koblenzer Hospizverein ihre Arbeit beginnen können, müssen sie einen mehrmonatigen Kurs besuchen. Dort lernen sie laut Griesel, welche Herausforderungen auf sie zukommen. Aber die Teilnehmenden können auch schauen, ob dieses Ehrenamt wirklich etwas für sie ist. "Manchmal stellt man es sich leichter und manchmal schwieriger vor und in dem Kurs merkt man dann, wie es wirklich ist", sagt Dirk Griesel.
Die Informationsveranstaltungen für den nächsten Jahrgang an Ehrenamtlichen sind am 25. Februar und am 13. April, jeweils von 17:30 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle des Koblenzer Hospizvereins. Laut Verein startet der neue Jahrgang im Spätsommer.