In den 80er-Jahren strömten die Pilger nur so nach Kamp-Bornhofen am Rhein. Rund 200.000 Menschen kamen nach Angaben des Klosters Bornhofen jedes Jahr während der Wallfahrtszeit zwischen Mai und Oktober hierher. Die Pilgerhalle des Klosters war täglich gut besucht. Rund um das Kloster reihte sich ein christlicher Souvenirladen an den nächsten. Heute ist nur noch einer übrig. Und zum Kloster pilgern jährlich nur noch 2.000 Menschen.
Weniger Pilger kommen ins Kloster Bornhofen
Pater Eryk Kapala kümmert sich seit rund 30 Jahren im Kloster Bornhofen um die Wallfahrten. Das schwindende Interesse an der Kirche hat er hautnah miterlebt: "Für gläubige Menschen ist es so schön, die Kirche zu besuchen, ein Kreuz zu sehen oder die Bibel zu lesen", sagt Pater Eryk. "Aber viele junge Menschen oder Menschen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben, können damit nichts mehr anfangen."
Mit Ausstellungen neue Besucher gewinnen
Dennoch will Pater Eryk das Kloster in Kamp-Bornhofen weiterhin attraktiv halten. Er ist überzeugt: Viele christliche Botschaften halten Wichtiges für die Menschen bereit - egal, ob sie selbst gläubig sind oder nicht. Deshalb gestaltet der 55-Jährige immer zur Wallfahrtszeit eine Ausstellung auf dem Marienplatz des Klosters Bornhofen. Jedes Jahr mit einem anderen thematischen Schwerpunkt. Damit will Pater Eryk das Kloster und christliche Themen für jeden zugänglich machen.
Die Liebe bleibt auf Ewig. Daran glaube ich fest.
"Mit Wasser, Schokolade, Salz oder mit vielen anderen Symbolen kann jeder etwas anfangen", betont Pater Eryk. Deshalb hat der Franziskaner-Pater all diese Symbole bereits in seinen Ausstellungen aufgegriffen. Das Thema der Ausstellung in diesem Jahr: Das Jahr des Herzens. Das Jahr der Nächstenliebe.
"Die Liebe bleibt auf Ewig, auch wenn wir nicht mehr hier auf der Erde sind. Daran glaube ich fest", führt Pater Eryk aus. Auf Tafeln und Plakaten können sich Besucherinnen und Besucher Inspirationen zum Thema Liebe holen. Auf zu Herzen geformten Bänken können sie innehalten, nachdenken, fühlen.
Mehr als Pilger: Auch Touristen entdecken Kloster Bornhofen
Für das Kloster Bornhofen sind die Ausstellungen eine Bereicherung. Nicht nur Pilger sehen sie sich an, auch Wanderer, Touristen und Einheimische kommen vorbei. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Klosters 15.000 Menschen zur Ausstellung im Klosterhof gekommen.
Für Pater Eryk Kapala sind die Ausstellungen auch persönlich erfüllend. Und die Ideen gehen ihm nicht aus. "Ich habe schon Pläne bis zum Jahr 2035 - für jedes Jahr ein anderes Symbol", erzählt er. "Das ist mein Leben. Und ich sehe, dass wir hier in Bornhofen etwas Besonderes haben."