Die Bundesgartenschau 2029 richtet sich für ihre halbjährige Veranstaltung in knapp drei Jahren auf einen möglichen Hitzesommer ein. Besonders bei den dauerhaften Bepflanzungen werde auf klimaangepasste Bäume und Gehölze geachtet, erklärt Wiebke Neumann von der BUGA29 gGmbH. Anders sei das aber bei den Blumenbeeten, die extra für die Zeit der BUGA angelegt werden.
Für üppige Blumen muss auch gegossen werden
"Wenn man auf eine Gartenschau geht, dann hat man eine Idee im Kopf, was man dort sehen möchte als Gast. Das sind üppige Bepflanzungen mit vielen verschiedenen Pflanzen und bunte Blütenpracht. Da kommt man an der einen oder anderen Stelle nicht drum herum, auch mal ein bisschen pflegeintensivere Pflanzen zu verwenden", so Neumann. Dafür werde Gießwasser benötigt. Schließlich sei es auch ein Wettbewerb unter den Gärtnern.
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Andere Flächen werden ohne zusätzliches Wasser auskommen müssen
Die Macher der BUGA29 haben dieses Jahr besonders zur nordrhein-westfälischen Landesgartenschau nach Neuss geblickt. Ihre Kollegen dort haben zusehen müssen, wie Flächen verdörrten. Das könne auch der Bundesgartenschau im Welterbe Oberes Mittelrheintal passieren, wenn sich ein solcher Hitzesommer wie dieses Jahr wiederholt. "Wir können und wollen nicht alles gießen" so Neumann, dann könne schon mal eine Rasenfläche braun werden.
Außerdem werden die dauerhaften Staudenbeete im Welterbetal auf ihren Standort angepasst. Je nachdem, ob es mehr schattig ist oder die Pflanzen der puren Sonne den ganzen Tag ausgesetzt sind. Dazu ist bereits im Frühjahr ein Projekt gestartet.
Ressourcenschonender Einsatz von Wasser
Darüber hinaus gebe es derzeit bei den Planerinnen und Planern der BUGA29 die Überlegung, wie an manchen Stellen auf Frisch- bzw. Leitungswasser verzichtet werden kann. Zwingend notwendig sei das zum Beispiel beim Park am Mäuseturm bei Bingen. Dort ist die Idee, eine Zisterne zu bauen, die Regenwasser auffängt. Und zwar nicht nur zum Blumengießen, sondern als Vorrat für Löschwasser. Auch für das Loreley-Plateau sucht die BUGA29 noch nach einer Lösung.
Niedrigwasser des Rheins würde kaum eine Rolle spielen für die BUGA29
Ein mögliches Niedrigwasser des Rheins würde für die BUGA29-Macher kaum eine Rolle spielen. Wenn zum Beispiel keine Ausflugsschiffe mehr auf dem Rhein fahren könnten, habe das für das BUGA-Konzept keine Bedeutung, sagt Wiebke Neumann von der BUGA-Pressestelle: Ausflugsschiffe spielen demnach eine untergeordnete Rolle im Mobilitätskonzept. Sie seien ein touristisches Zusatzprogramm.
Fähren sind Teil des Mobilitätskonzepts
Ganz anders sehe es bei den Fähren aus. Sie sind zwischen Bingen und Rüdesheim und zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen als Verbindung der BUGA-Flächen geplant. Aber hier sei die Lage entspannter, so Neumann, weil die Fähren noch bis zu einem sehr niedrigen Pegelstand fahren können. Notfalls könnten die Fährbetreiber anstelle der Autofähren auch Personenfähren mit noch weniger Tiefgang einsetzen.
Erfrischung, Abkühlung und Schatten für BUGA29-Gäste
Insgesamt gebe es auf den BUGA29-Flächen sehr viele alte Bäume, die bereits für Schatten sorgen werden, ist sich Neumann sicher. Vereinzelt werde es auf Spielplätzen auch Sonnensegel geben, aber das könne nicht überall umgesetzt werden. Zur Abkühlung seien aber zum Beispiel in Rüdesheim und in Lahnstein sogenannte Fontänenfelder geplant. "Das sind Wassersäulen, die aus dem Boden hochspritzen, durch die man durchlaufen kann."
Nebelgarten auf der Burgruine Rheinfels
Sollte es wirklich wieder ein extremer Hitzesommer werden, könnte der geplante Nebelgarten auf der Burg Rheinfels in Sankt Goar ein erfrischender Ort werden, verrät Wiebke Neumann. Dort im Burgraben, wo es ohnehin schon sehr schattig ist, könnte der Sprühnebel dann auch für eine mystische Stimmung sorgen.
Auch über mögliche Wasserspender auf den BUGA-Flächen wollen sie nun nachdenken. Dieser Impuls kam aus der Bevölkerung im Rahmen einer Infoveranstaltung.