Svitlana wartet bis es weiter vorangeht. Sie steht in der Schlange für die Tafel in Ludwigshafen an. Dort versorgt sich die geflüchtete Mutter aus der Ukraine mit dem Nötigsten. "Heute ist viel los", erzählt sie in gebrochenem Deutsch. "Für mich ist das hier sehr wichtig." Seit eineinhalb Jahren lebt die Ukrainerin mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Kind in Ludwigshafen. In Charkiw, ihrer Heimat im Nordosten der Ukraine konnte es die Familie wegen des Krieges nicht mehr aushalten.
Die Tafel hilft der Familie über die Runden zu kommen. Die Lebensmittel reichten bei ihr etwa für eine Woche. Milch, Joghurt, Fisch und Fleisch kaufe sie zusätzlich im Laden ein.
Tafel versorgt inzwischen 3.000 Bedürftige im Monat
Die Tafel unterstützt viele Bedürftige in Ludwigshafen in ihrem Alltag. Und das seit inzwischen 20 Jahren.
Im Vergleich zu den Anfängen habe sich viel verändert, erzählt der Vorsitzende des Tafel-Trägervereins Vehra, Jürgen Hundemer. "Wir haben am ersten Ausgabetag vor 20 Jahren 27 Bedürftige bedient, heute bedienen wir im Monat bis zu 3.000 Menschen, darunter 1.000 Kinder und das ist natürlich eine einschneidende Veränderung, viel mehr verkraften wir nicht."
Auch viele Ukrainer brauchen die Tafel
Zu den Gründen sagt Hundemer, dass das Leben einfach teurer geworden sei. "Das trifft vor allem Familien mit Kindern." Aber auch die Gesellschaft und die Umstände haben sich geändert, wie etwa der Ukraine-Krieg. Zurzeit seien es allein mehr als 300 Ukrainer, die regelmäßig Untersützung bei der Tafel bräuchten.
Auch äußerlich hat sich bei der Tafelausgabe in Ludwigshafen in der Bayreuther Straße in den letzten 20 Jahren viel verändert. Es ist alles etwas "komfortabler" geworden. Es gibt neue Heizungen in dem Gebäude und in heißen Sommermonaten helfe eine Klimaanlagen, damit es für die vielen Ehrenamtlichen und Helfer auszuhalten sei.
Einer von insgesamt 180 Helferinnen und Helfern ist Norbert Volz. Er engagiert sich seit zweieinhalb Jahren hier und ist gerade dabei das Obst auszuteilen. Immer Donnerstags ist er vor Ort und hilft als Ehrenamtlicher in seiner Rente. "Es ist schon stressig hier. Wir können sehr gut noch Leute gebrauchen", so der 64-Jährige, der durch einen Stand in einem Supermarkt auf die Tafel aufmerksam wurde.
Starke Menschen zum Anpacken gesucht
Es brauche vor allem "starke Männer, die anpacken wollen", wie der Vorsitzende Hundemer sagt. "Wir haben viele Lebensmittel, die wir hin und her jonglieren müssen, die sind teilweise schwer. Denken Sie an Mehl und Zucker, das ist für unsere ehrenamtlichen Frauen manchmal schwer zu handeln." Die Hilfe wäre stundenweise auch möglich.
Was auch aktuell fehlt, sind Milchprodukte und andere Grundnahrungsmittel. "Das Kühlfach mit Milchprodukten ist meist nur halb voll und dann während der Ausgaben ziemlich schnell leer", so Hundemer.
Größte Tafel in der Pfalz Tafel Ludwigshafen bekommt weniger Lebensmittel
Bei der größten Tafel in der Pfalz in Ludwigshafen werden die Lebensmittel knapp. Vor allem auf Milch, Geflügel, Obst und Gemüse müssen Bedürftige immer häufiger verzichten.
Lebensmittelspenden für Tafel dringend gesucht
Er hofft auf Spenden von Privatpersonen oder Unternehmen, die etwas Gutes tun wohlen. Es bräuchte unter anderem Butter, Joghurt oder Käse. Aber auch Mehl, Salz, Reis und Nudeln würden dringend gebraucht und könnten immer vorbeigebracht werden.
Zurzeit hat die Tafel in Ludwigshafen jeden Mittag geöffnet - außer am Sonntag. Eine Mammutaufgabe, die der Trägerverein Vehra mit vielen Ehrenamtlichen und "Ein-Euro-Jobbern" stemmt.
Ob es die Tafel in Ludwigshafen auch noch in 20 Jahren geben wird? "Da bin ich fest davon überzeugt. Mir fällt kein Instrument ein, um das gänzlich zu vermeiden", so Hundemer. "Das ist schade in einem wohlhabenden Land wie Deutschland.