Fast ein Viertel aller Stellen

Dringender Personalbedarf in Ludwigshafen: In der Stadtverwaltung sind 700 Stellen unbesetzt

Vor gut einem Jahr waren es noch 400 unbesetzte Stellen in der Ludwigshafener Stadtverwaltung. Wie in der Hauptausschusssitzung am Montag bekannt wurde, sind es mittlerweile 700 Stellen.

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Von Autor/in Laura Scanu

"Als das am Montag im Hauptausschuss bekannt wurde, war ich auch erstmal überrascht", sagt der Personalrat der Stadtverwaltung Ludwigshafen Michael Steitz. In der Hauptausschusssitzung sei sogar von 1.000 unbesetzten Stellen die Rede gewesen, erklärt er. Das sei so aber nicht korrekt: Die besagten 300 Stellen sind zwar besetzt, allerdings unterhalb der vorgesehenen Stundenzahl.

Dennoch: Es ist mehr als ein Viertel, der 3.900 städtischen Mitarbeitenden, das fehlt. Und offensichtlich stieg die Zahl der unbesetzten Stellen in Ludwigshafen im vergangenen Jahr sogar, denn: im März 2025 waren es "nur" 400 freie Stellen.

Am häufigsten fehlen laut Steitz Erzieherinnen und Erzieher, dicht gefolgt von Ingenieuren und Ingenieurinnen und Personal in der IT.

Unbesetzte Stellen in Stadtverwaltungen sind landesweites Problem

Der Städtetag Rheinland-Pfalz kennt dieses Problem nicht nur aus Ludwigshafen. Alle Städte des Landes sind von einem bundesweiten Fachkräfte- und Nachwuchsmangel betroffen, teilt die Direktorin Lisa Diener dem SWR auf Anfrage mit.

Das betont auch Personalrat Steitz. Ludwigshafen versuche deshalb verstärkt junge Menschen für einen Job in der Stadtverwaltung zu gewinnen. Die Stadt arbeitet jetzt sogar mit professionellen Headhuntern zusammen, "die versuchen, Leute ans Land zu ziehen", sagt Steitz.

Bis 2030: Jede dritte Stelle in Stadtverwaltungen wird altersbedingt frei

Das größte Problem der Stadtverwaltungen ist aber ein anderes, und das beschränkt sich nicht nur auf Rheinland-Pfalz: Es ist die Boomer-Generation, die langsam aber stetig in Rente geht: Bundesweit werden 1,5 Millionen bis 2030 in Rente gehen, sagt Lisa Diener. Das ist jede dritte Stelle, die dann frei wird.

Auch Michael Steitz hat bereits im vergangenen Jahr vor unbesetzten Stellen wegen ausscheidender Kolleginnen und Kollegen gewarnt. "Wir leben in einem Arbeitnehmermarkt", sagt Steitz. Die Menschen könnten sich ihren Job auswählen.

Für Menschen, die in Ludwigshafen oder der Umgebung leben, sei außerdem die freie Wirtschaft vom Verdienst attraktiver. Und wenn sich Menschen für eine Stadtverwaltung entscheiden, dann eher auf der anderen Rheinseite in Mannheim, dort seien die Tarife höher.

Ludwigshafen: Anreiz durch Hunde in Büros

Die Stadt lässt sich viel einfallen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und neue Arbeitskräfte an die Stadt zu binden. So können Mitarbeitende zum Beispiel ihre Hunde mit ins Büro bringen. Auch die ehemalige Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck hat regelmäßig ihren Hund mit ins Büro genommen.

Aber auch durch mehr Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten konnten im vergangenen Jahr mehr Stellen besetzt werden, berichtet die Stadtverwaltung.

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