Der weltweit tätige Pharmakonzern AbbVie setzt große Hoffnungen auf sein neues Laborgebäude am Standort Ludwigshafen. Ab Anfang 2027 sollen Wissenschaftler dort unter modernsten Arbeitsbedingungen neue Medikamente entwickeln, unter anderem gegen Krebs, Alzheimer und Parkinson.
Bauingenieurin Sigtrud Rombach leitet das Projekt. Sie sagt, der 2021 aufgestellte Terminplan wurde bisher exakt eingehalten. Es gäbe keine Verzögerungen, auch die Baukosten seien nicht gestiegen. Ungewöhnlich für ein Großprojekt in Deutschland. "Darauf sind wir unglaublich stolz", sagt die Bauingenieurin.
300.000 Arbeitsstunden ohne einen Unfall
Auch die Bilanz zur Arbeitssicherheit kann sich sehen lassen: 300.000 Stunden haben die Bauarbeiter bislang geleistet und es gab keinen einzigen Unfall. "Nicht mal eine Erste-Hilfe-Maßnahme mussten wir einleiten", sagt Sigtrud Rombach stolz. "Alles ist so, wie man es sich wünscht."
Wir haben jetzt über 300.000 Arbeitsstunden und keinen einzigen Unfall. Nicht einmal eine Erste-Hilfe-Maßnahme.
Das Gebäude trägt den Namen "LUnA"
Das Forschungsgebäude trägt den Namen "LUnA". Die Abkürzung steht für "Ludwigshafens neue Arbeitswelt". Etwa 300 der insgesamt 1.200 Wissenschaftler werden dort tätig sein, sagt Thomas Merdan, der die Forschung und Entwicklung von AbbVie in Deutschland leitet. Die Arbeitsbedingungen sollen dadurch verbessert werden, denn der AbbVie-Standort Ludwigshafen platzt laut Merdan derzeit aus allen Nähten.
Wir sind über die letzten Jahre sehr stark gewachsen und platzen aus allen Nähten in den bestehenden Gebäuden. Im LUnA-Haus werden hoffentlich über die nächsten 50 bis 100 Jahre Innovationen erforscht, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Nach Angaben von Thomas Merdan ist Ludwigshafen die zweitwichtigste Forschungsstätte des weltweit tätigen AbbVie-Konzerns. 80 Prozent aller AbbVie-Produkte kommen während der Forschung und Entwicklung in Berührung mit dem Standort Ludwigshafen.
Auch die AbbVie-Produktion in Ludwigshafen wird ausgebaut
Nicht nur die Arbeitsbedingungen für die AbbVie-Forscher verbessert sich durch das 150 Millionen Euro teure LUnA-Gebäude. Der Pharmakonzern hat in den vergangenen Jahren weitere 300 Millionen Euro in Ludwigshafen investiert. Unter anderem für den Ausbau der Produktion. In Ludwigshafen hergestellte Medikamente werden nach Unternehmensangaben in hundert Länder der Erde exportiert.
Wird LunA das neue Wahrzeichen Ludwigshafens?
Das neue sechsstöckige LUnA-Laborgebäude von AbbVie in der Nähe des Hauptbahnhofs erregt Aufsehen in Ludwigshafen. Von der S-Bahn-Strecke und der Hochstraße Süd ist es gut zu sehen. Wird es nach dem Abriss des Rathauscenters womöglich das neue Wahrzeichen der Chemiestadt?
Bauingenierin Sigtrud Rombach berichtet, dass im Advent Leute extra am Hauptbahnhof ausgestiegen sind, um den 16 Meter hohen beleuchteten Weihnachtsbaum an der LUnA-Fassade zu bewundern. "Das sah schon toll aus", schwärmt die Projektleiterin. "Da haben wir ein sehr gutes Feedback von völlig unbeteiligten Menschen bekommen."