CDU-Wirtschaftsministerin Reiche schickte Videobotschaft

BASF-Werk in China offiziell eröffnet

Die BASF hat in China einen neuen Verbundstandort feierlich in Betrieb genommen, der so ganz anders ist, nicht nur, weil er neu ist. Er ist digital, arbeitet mit 100 Prozent Ökostrom und steht nach Ansicht des Unternehmens genau an der richtigen Stelle.

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Von Autor/in Hartmut Reitz

Der Tag in Zhanjiang im Süden Chinas beginnt am Donnerstag mit reichlich Pathos: BASF-Vorstandschef Markus Kamieth spricht vor hunderten Gästen auf dem neuen Werksgelände an den Ufern des südchinesischen Meeres. "Das ist einer der stolzesten Momente meiner Karriere", sagt Kamieth.

Eröffnung des neuen Verbundstandorts Zhanjiang
BASF-Chef Kamieth bei der Werkeröffnung in China

Wirtschaftsministerin Reiche sendet Videobotschaft

Gekommen sind Regierungsvertreter der Provinz Guangdong, Vertreter der Partei, viele Vertreter von Kunden der BASF. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sendet eine Videobotschaft. Sie sagt, dass Klimaschutz und Industrie Hand in Hand gehen können.

Ihr chinesischer Amtskollege, ebenfalls im Video, verspricht, dass sich China für Investitionen weiter öffnen will. Markus Kamieth sagt auch, in einer Welt, die immer mehr zersplittert, zeige das neue Werk, dass globale Zusammenarbeit die besten Ergebnisse liefert.

Das BASF-Werk in Zhangjiang in China.
Das BASF-Werk in Zhangjiang in China.

Das ist einer der der stolzesten Momente meiner Karriere.

BASF-Werk in China: Schon jetzt klimaschonend

Was am neuen BASF-Werk in Zhanjiang anders ist: Es kommt mit nur rund 2.000 Menschen aus, die es am Laufen halten, weil es voll digitalisiert ist.

Durch die Verbindung zu einem Offshore-Windpark draußen vor der südchinesischen Küste arbeitet der Standort schon jetzt mit 100 Prozent grünem Strom. Und einen Tiefseehafen hat er auch, womit er von mächtigen Tankern direkt beliefert werden kann, mit Rohstoffen, die hier weiterverarbeitet werden - zu Basis-Chemikalien und speziellen Stoffen für die Autoindustrie, Konsumgüter, Elektronik und Körperpflege.

Zhanjiang: Metropole mit sieben Millionen Einwohnern

In der Metropolregion Zhanjiang leben rund sieben Millionen Menschen - fast doppelt so viele wie in Rheinland-Pfalz. Hier wachsen Ananas und das Meer liefert Fische und Meeresfrüchte. Es herrscht fast tropisches Klima, was beim Festakt bei fast 30 Grad für alle deutlich spürbar ist.

Da war auch die Bauphase - mit zeitweise bis zu 35.000 Menschen auf der Baustelle - eine Herausforderung. Und: Es siedeln sich viele Industrieunternehmen an. Deshalb ist die BASF hier, weil hier die Wirtschaft noch wächst, anders als in Europa.

Noch nicht alles "hui"

Die City von Zhanjiang profitiert von der Lage am Meer, aber auf dem Weg zum neuen Werk wird auch deutlich: Das Wachstum kommt nicht überall an, es gibt noch sehr ärmliche Randzonen. Und selbst in der City, mit den vielen Hochhäusern, sieht man große unvollendete Bauruinen - offenbar Überbleibsel einer Immobilienblase. Trotzdem ist die BASF sicher, hier genau richtig zu sein. Markus Kamieth sagt: "Wir glauben an diesen Markt."

Werk in China mit Erfahrungen aus Ludwigshafen gebaut

Der BASF-Chef betont lieber die Chancen der großen Investition in China als die Risiken. "Stellen Sie sich vor, wie eine BASF ohne die Hälfte des Weltmarktes China aussehen würde. Ein Aufgeben des chinesischen Marktes ist das viel größere Risiko." Und er hat auch noch eine Botschaft für das Stammwerk Ludwigshafen, das unter einem Sparprogramm leidet: Ohne die Erfahrung aus Ludwigshafen und das Spezialwissen dort hätte BASF das Werk in Zhanjiang nicht bauen können.

Wir glauben an diesen Markt.

Und Markus Kamieth sagt: "Wir investieren übrigens an keinem anderen Standort der Welt mehr als in Ludwigshafen." Es werde immer so getan, als ob BASF überproportional in China investiere. Das sei nicht so.  

Ludwigshafen/Zhanjiang

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Hartmut Reitz zu BASF in China

Hartmut Reitz zu BASF in China

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Hartmut Reitz
Das Bild zeigt Hartmut Reitz

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