Bürger und Kommunen im Dauereinsatz

Pfalz: Bekämpfung der Tapinoma Magnum Ameisen geht weiter

Die Winterruhe der Tapinoma Magnum Ameisen ist vorbei. Überall in der Pfalz haben Bekämpfungsmaßnahmen begonnen. Klar ist: Man wird die lästigen Ameisen offenbar nie mehr los.

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Stand

Von Autor/in Martin Gärtner

Mehrere Pfälzer Kommunen haben den Kampf gegen die Tapinoma Magnum Ameisen wieder aufgenommen. Mit den wärmeren Temperaturen endete die Winterruhe der Ameisen. Alle Beteiligten ist klar: Die invasive Art lässt sich nur dezimieren, aber nicht ausrotten.

Gerhard Courret bekämpft seit 2020

In Landau lässt die Stadt seit dem 30. März Kieselgur auf betroffene Flächen streuen. Die Substanz besteht aus zermahlenen Schalen versteinerte Algen. Wenn Ameisen über Kieselgur laufen, schlitzen sie sich ihre Panzer auf und vertrocknen. Als erster hatte Dr. Gerhard Courret das Kieselgur in Landau verwendet. Er hatte die Idee von der Verbandsgemeinde Edenkoben übernommen.

Gerhard Courret ist rund um sein Haus täglich mit der Ameisenbekämpfung beschäftigt. "Wenn es warm wird, sind jeden Tag Einsätze nötig - bis zum Oktober." Sein Nachbar berichtet, dass er drei Tage lang nicht bekämpfen konnte, weil er verreist war. Prompt war wieder alles voller Tapinoma Ameisen.

Viele Bekämpfungsmittel im Einsatz

In Gerhard Courrets Garage stehen viele Mittel, die beim Kampf gegen die Ameisen eingesetzt werden. Eine Chemikalie namens Loxiran, das biologische Kieselgur, außerdem Kreide, Vaseline und Kaffeesatz. Daneben noch ein Wasserkocher, denn der 73-Jährige setzt manchmal heißes Wasser gegen die invasiven Insekten ein.

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Sie ist eine Plage: die Tapinoma magnum. Die Ameisen-Art ist invasiv und aggressiv - und dringt sogar in Häuser in der Pfalz aus.

Alles hilft ein bisschen, aber kein Mittel führt dazu, die Ameisen-Kolonien komplett zu vernichten. "Wir werden die Ameisen nie los", sagt Gerhard Courret resigniert. "Auch nachfolgende Generationen werden damit zu tun haben. Es sei denn, man findet doch noch ein Mittel, mit dem man Tapinoma Magnum ausrotten kann."

70 Ameisen-Kolonien in Edenkoben dezimiert

Darauf hofft auch der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Edenkoben, Eberhard Frankmann. Das Wiedererwachen der Ameisen nach der Winterruhe hat gezeigt, dass durch die Bekämpfung im vergangenen Jahr rund 70 Kolonien erheblich dezimiert worden sind, berichtet Frankmann. Aber überall sind nach wie vor Ameisen vorhanden. Und an zusätzlichen Stellen aufgetaucht: Sehr viele wimmeln jetzt rund um die Kirche in Burrweiler.

Der Erste Beigeordnete bittet die Bürger darum, die Verbandsgemeindeverwaltung beim Ameisenbekämpfen zu unterstützen. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, könne die Plage eindämmt werden.

Heimische Ameisen dürfen nicht ausgerottet werden!

Gleichzeitig warnt die VG Edenkoben davor, pauschal alle Ameisen zu verteufeln. Denn die heimischen Arten erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem und müssen geschützt werden. Bürger, denen unklar ist, ob Ameisen in ihrem Garten heimisch sind oder invasiv, also eingeschleppt wurden, können Tiere in einer Box bei der Verwaltung abgeben. Dann wird untersucht, zu welcher Art die Ameise gehört und ob bekämpft werden muss oder nicht.

Tapinoma-Ameisen kamen vom Mittelmeer

Tapinoma Magnum Ameisen sind aus dem Mittelmeerraum in die Pfalz eingeschleppt worden. Sie unterhöhlen Straßen und Gehwege und dringen in Häuser ein. Am stärksten betroffen sind Limburgerhof, Herxheim, Landau, die Verbandsgemeinde Edenkoben, Speyer und Neustadt.

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