Lehrkräfte hatten gegenüber dem SWR gesagt, dass sie sich eine solche Videoüberwachung an der Schule wünschen. Bislang habe die zuständige Aufsichtsbehörde, die ADD in Trier, aber darauf hingewiesen, dass dies der Datenschutzbeauftragte des Landes nicht für möglich halte, so die Lehrkräfte.
Videoüberwachung wird nun doch geprüft
Nun scheint Bewegung ins Thema zu kommen. Zumindest bestätigt die ADD schriftlich: "Aktuell wird eine Videoüberwachung geprüft". Ein Sicherheitsdienst, der an der Schule patrouilliert, werde hingegen nicht in Betracht gezogen, so die ADD.
Gewaltprävention - Sache der Schule
Die Stadt Ludwigshafen erklärte gegenüber dem SWR, Maßnahmen zur Gewaltprävention sei Sache der Schule. Dazu gehöre auch die Vermeidung von Vandalismusschäden.
Als Stadt könne man sich nur darum bemühen, die Schäden so schnell wie möglich zu reparieren, um Nachahmungstaten zu vermeiden.
Das Thema Sicherheit an der Schule sei letzte Woche auch im Mittelpunkt von Gesprächen zwischen dem Kollegium der Karolina-Burger-Realschule plus, Mitarbeitern des Bildungsministeriums, der ADD und des Pädagogischen Landesinstituts gewesen, teilt die ADD mit.
34 Verstöße gegen das Schulgesetz im letzten Schuljahr
Unterdessen hat die Stadt Ludwigshafen bekannt gegeben, dass es im vergangenen Jahr an der Karolina-Burger-Realschule plus 34 Verstöße gegen das Schulgesetz gegeben habe, die ordnungsrechtlich verfolgt würden. Darunter fällt das Schule schwänzen aber auch die verspätete, unentschuldigte Rückkehr aus den Sommerferien.
16 Schüler und Schülerinnen ohne Schulabschluss
Von insgesamt 139 Neuntklässlern verließen zudem 16 Schüler und Schülerinnen im vergangenen Schuljahr die Karolina-Burger ohne Schulabschluss.
Vier Lehrkräfte hätten einen Versetzungsantrag gestellt. Der Krankenstand sei aufgrund der aktuellen Erkältungswelle hoch, bewege sich aber sonst im Landesdurchschnitt, so die ADD.
Nur ein Schulsozialarbeiter an der Karolina-Burger-Realschule plus
Die Stadtverwaltung und die ADD erklärten beide, das aktuell nur ein Schulsozialarbeiter an der Schule sei, die andere halbe Stelle, die der Karolina-Burger zustünde, käme aktuell einer anderen Schule zu Gute.
Schüler äußern sich zur "Angst"-Realschule Realschule in Ludwigshafen: Schülervertreter fordern Video-Überwachung und Security
Die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen ist bundesweit in die Schlagzeilen geraten - nach einem Brandbrief von Lehrern. Das sagen die Schülervertreter.
Ab dem Jahr 2026 würde eine zusätzliche pädagogische Kraft an die Schule kommen, um die Lehrkräfte sowohl vormittags als auch nachmittags zu unterstützen, so die Stadt Ludwigshafen und die Aufsichtsbehörde.
Auch mehr Personal für die Ernst-Reuter-Schule versprochen
Etwas mehr Personal wurde auch der Ernst-Reuter-Realschule in Ludwigshafen versprochen. Bislang sei aber laut den Lehrkräften nicht klar, in welchem Umfang eine zusätzliche personelle Unterstützung dann tatsächlich käme.
Zudem sei auch hier ein Präventionstag geplant in 2026, so die Lehrkräfte an der Ernst-Reuter-Schule.
Unterstützungsangebote sind "lächerlich"
"Wir nehmen diese Angebote natürlich an. Aber insgesamt ist das alles dann doch etwas lächerlich und hilft uns im großen und ganzen auch nicht weiter", erklärten Lehrkräfte anonym gegenüber dem SWR.
Dieses Rumgeschiebe von Verantwortlichkeiten und, dass die eine Stelle der anderen gar nicht zuhöre, nerve die Lehrkräfte.
Standard-Antwort: Es ist kein Geld da!
"Und dann immer dieses Totschlag-Argument, es sei kein Geld da. Wir haben wirklich große Sorge, dass sich am Ende wieder gar nichts ändert", beschreiben die Lehrkräfte die Gefühlslage des Kollegiums an der Ernst-Reuter-Schule in Ludwigshafen.