"Für den Hemshof ist das eine große Chance", findet der Ortsvorsteher des Ortsbezirks Nördliche Innenstadt in Ludwigshafen, Osman Gürsoy (SPD). Ihm zufolge ist dieser Schritt wichtig und längst überfällig.
Gürsoy begründet seine Aussage damit, dass der Stadtteil mit seinen fast 19.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf engem Raum seit vielen Jahren einen besonderen Entwicklungsbedarf habe. Außerdem sei der Hemshof aus städtebaulicher Sicht über einen langen Zeitraum hinweg nicht in dem Maße berücksichtigt worden, wie es nötig gewesen wäre.
Die Stadt Ludwigshafen hatte sich mit dem Stadtteil Hemshof nach eigenen Angaben Mitte 2025 für das Städtebauförderprogramm "Sozialer Zusammenhalt - Soziale Stadt" beworben und Ende März den Zuschlag bekommen.
Die Höhe der genauen Fördersumme ist noch unklar. Das hänge nämlich auch von den einzelnen Maßnahmen ab, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Auf SWR-Anfrage schrieb er: "Im Städtebauförderprogramm fördern Bund und Land die Gesamtmaßnahme "Hemshof" der Stadt Ludwigshafen am Rhein mit 90 Prozent der als förderfähig anerkannten Kosten."
Wie viel Geld es am Ende auch ist: Es gibt schon einige Ideen für den Hemshof. Ortsvorsteher Gürsoy sagte, dass dabei Themen wie Aufwertung öffentlicher Räume, Spielplätze, Aufenthaltsqualität, Begrünung, Klimaanpassung und das soziale Miteinander sicher eine Rolle spielen sollen.
Bei ihrer Bewerbung musste die Stadt konkrete Maßnahmen für den Hemshof vorschlagen. Es ging in erster Linie darum, aufzuzeigen, was potenziell gemacht werden kann, unabhängig davon, ob die Idee am Ende wirklich umgesetzt wird oder nicht.
Diese Ideen hat die Stadt für den Hemshof
Nach Angaben der Stadt wurden in der Bewerbung etwa die Erstellung eines Verkehrsberuhigungskonzepts, eine Umgestaltung des Goerdeler Platzes, eine Neugestaltung des Kirchvorplatzes der Dreifaltigkeitskirche und eine Sanierung/Umgestaltung des Spielplatzes an der Goetheanlage genannt.
Das wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger im Hemshof
Das Entscheidende bei dem ganzen Vorhaben sei, dass "nicht über die Köpfe der Menschen hinweg" geplant werde, sondern gemeinsam als Stadtteil, erklärt Osman Gürsoy. Einen genauen Zeitplan für die einzelnen Maßnahmen gibt es wohl noch nicht; Gürsoy zufolge ist das Programm aber mindestens auf zehn Jahre ausgelegt.
Eine SWR-Umfrage im Hemshof zeigt, dass die Menschen dort schon konkrete Wünsche für den Stadtteil haben:
Wie geht es jetzt im Hemshof weiter?
Nach Angaben des zuständigen Ministeriums stehen nun vorbereitende Untersuchungen an. Zusammen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern soll eine Art Gesamtkonzept (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept ISEK) erstellt werden. Das bedeutet, dass konkret festgelegt wird, welche Maßnahmen im Hemshof umgesetzt werden können und sollen.
Es werden außerdem Ziele gesetzt, nach Lösungsstrategien gesucht und Kosten ermittelt. Dabei soll die Stadt Ludwigshafen auch fachliche Unterstützung von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD bekommen.