Über Briefe oder Drohnen ins Gefängnis geschmuggelt

JVA Frankenthal: So gelangen synthetische Drogen ins Gefängnis

Sie haften an Briefpapier oder werden in Paketen über die Gefängnismauer geworfen oder mit Drohnen "geliefert". Die JVA Frankenthal hat mit künstlich hergestellten Drogen zu kämpfen. Und die sind für die Gefangenen gefährlich.

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Von Autor/in Leon Vucemilovic

"Neue psychoaktive Substanzen sind wirklich ein Problem bei uns", sagt Gundi Bäßler, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Frankenthal. "Wir stellen immer mehr davon bei unseren Gefangenen sicher." 2025 haben die Bediensteten des Gefängnisses rund 80 Mal solche synthetischen Drogen gefunden - damit fast drei Mal so oft wie im Vorjahr.

Drogen kommen auf abenteuerlichen Wegen in die JVA Frankenthal

Die Wege, wie diese synthetischen Drogen in das Gefängnis gelangen, werden immer vielseitiger. "Oft werden die Drogen in Paketen über die Gefängnismauer geworfen, während die Gefangenen Hofgang haben", sagt Bäßler. Die meisten dieser Pakete könne das Gefängnispersonal einsammeln, bevor es die Gefangenen tun.

"Aber wir erwischen nicht alles. Teilweise sammeln die Gefangenen die Pakete ein und wir kriegen das mit", sagt die Gefängnisleiterin. "Dann fordern wir sie auf, die Pakete herauszugeben. Aber sie haben es in der Zwischenzeit geschafft, das Drogenpaket irgendwo zu verstecken und geben uns dann ein Fake-Päckchen."

Werden Gefangene mit Hilfe von Drohnen beliefert?

Ein anderer Weg sei der Postweg. Briefe an Gefangene seien teilweise mit den synthetischen Drogen getränkt. Die Gefangenen würden dann das Papier ablecken und so die Drogen konsumieren.

"Und wir vermuten, dass manche Gefangene sich auch mit Hilfe von Drohnen beliefern lassen", sagt Bäßler. Vielleicht sogar direkt am Fenster ihrer Zelle. "Natürlich sind vor dem Fenster enge Gitterstäbe angebracht. Aber wir haben schon festgestellt, dass die Gitter manipuliert waren." Auch Drohnen habe sie schon gesichtet, eine konnten die Bediensteten sogar abfangen.

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Gerade die "Drogenpapiere" sind schwer zu dosieren. In anderen Gefängnissen seien auch schon Menschen gestorben - in Frankenthal zum Glück noch nicht, sagt die Leiterin der JVA. Dennoch hätten die Bediensteten schon bewusstlose Gefangene vorgefunden. Auch Probleme bei der Koordination und Erbrechen seien häufig auftretende Folgen.

JVA Frankenthal: Kommt eine Kameraüberwachung?

Um zu verhindern, dass die Drogen ins Gefängnis gelangen, prüft die JVA Frankenthal unter anderem eine Kameraüberwachung im Hof. Außerdem wollte die JVA ursprünglich ein Netz über den Hof spannen. "Das Netz müsste dann aber auch lange halten, egal wie das Wetter ist", sagt Gundi Bäßler. "Da ist Metall als Material fast die einzige Option. Aber unser Hof ist so groß, das würde nicht halten. Das Netz wäre zu schwer."

Auch Streifengänge außerhalb der Gefängnismauern während die Gefangenen im Hof sind seien eine Option. Bevor die Gefangenen raus in den Hof dürfen, suchen Bedienstete des Gefängnisses schon jetzt das Gelände auf Pakete ab.

Gefahr auch für Bedienstete

Andere Gefängnisse kopieren außerdem jeden Brief und geben nur die Kopien an die Gefangenen weiter. Auch die JVA Frankenthal prüft das. Daran haften dann logischerweise keine Drogen. Das sei aber gefährlich für diejenigen, die kopieren. Denn schon geringer Kontakt mit den Drogenpapieren könne gefährlich sein.

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Leon Vucemilovic
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