Gestrandete Urlauber

Wie der Iran-Krieg auch Trierer Reisebüros an Grenzen bringt

Reisebüros wie Kylltal-Reisen in Trier sind am Limit. Auch ihre Kundinnen und Kunden sitzen im Nahen Osten fest. Sie schnell wieder nach Hause zu bringen, ist eine Herausforderung.

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Von Autor/in Verena Hafner

Das Telefon in den Reisebüros von Kylltal-Reisen in Trier steht nicht still. Ulf Brunner aus der Geschäftsführung versucht, Kunden in Dubai zu beruhigen. Sie sitzen in dem arabischen Land fest, denn seit dem vergangenen Wochenende ist die Lage im Nahen Osten eskaliert.

Ulf Brunner vom Kylltal-Reisebüro in Trier ist seit 35 Jahren in der Branche. Der Iran-Krieg ist nicht seine erste Krise.
Ulf Brunner vom Kylltal-Reisebüro in Trier arbeitet seit 35 Jahren in der Branche.

Reisende sind verunsichert

Am Samstagmorgen haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt waren nach jetzigem Kenntnisstand rund 30.000 Reisende aus Deutschland in der Golfregion.

Die Telefone waren punkt 10 Uhr, als wir öffneten, durchgehend am Klingeln.

Beruhigen, informieren, nach Lösungen suchen - für Brunner und sein Team in den Reisebüros von Kylltal-Reisen in Trier war es ein stressiger Start in die Woche. "Die Telefone waren punkt 10 Uhr, als wir öffneten, durchgehend am Klingeln." Viele Kundinnen und Kunden wollen wissen, wie es mit ihren Reisen weitergeht: wie sie zurückkommen können, ob eine Umbuchung möglich ist - und vor allem, wer die Kosten übernimmt.

Anders als bei der Corona-Pandemie 2020 erlebt Brunner seine Kundschaft diesmal jedoch als sehr geduldig und verständnisvoll.

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Kunden sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest

Das Kylltal-Reisebüro hat auch Kunden auf einem Kreuzfahrtschiff, das vor Dubai feststeckt. Hier besteht regelmäßiger Telefonkontakt. "Die Gäste waren zu Beginn der Situation sehr verängstigt und unsicher", erzählt Brunner. Bis einschließlich Montag durften sie das Schiff nicht verlassen - nicht einmal ihre Balkone betreten.

Inzwischen habe sich die Lage jedoch etwas entspannt. Die Reisenden dürfen sich wieder frei bewegen. "Da merkt man schon, dass den Kunden eine große Last von den Schultern gefallen ist", sagt Brunner.

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Mit der offiziellen Reisewarnung übernehmen die Veranstalter bei Pauschalreisen die komplette Organisation sowie die Kosten für die Rückreise.

Reisen, die für diese und die kommende Woche geplant waren, sind bereits abgesagt. Für später liegende Termine entscheiden die Veranstalter derzeit von Tag zu Tag - abhängig davon, wie sich die Lage in der Region entwickelt. Wer seine Reise allerdings individuell gebucht hat, muss sich weiterhin selbst um Umbuchungen, die Rückreise und die Finanzierung kümmern.

Die Reisebüros helfen auch da bei Bedarf, so Brunner. Allerdings besteht in diesem Fall kein Anspruch auf eine kostenlose Umbuchung oder auf die Übernahme der Rückreisekosten. In der Regel greift auch keine Versicherung. Der Grund: Krieg gilt als höhere Gewalt und zählt damit zu Ausnahmefällen, die nicht abgesichert sind. Auch die Reiseveranstalter bleiben deshalb auf den zusätzlichen Kosten sitzen.

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Wunsch nach mehr Unterstützung vom Bund

Nach Angaben von Kylltal-Reisen erhalten die Reisebüros nur wenige Informationen vom Auswärtigen Amt über die Situation vor Ort. "Seitens des Bundes ist das schon dürftig. Und wenn man bedenkt, dass dort 30.000 deutsche Staatsbürger festsitzen, ist das wirklich traurig", sagt Brunner.

Die meisten Informationen bezieht er aus dem Internet, über den direkten Austausch mit den Kundinnen und Kunden sowie über den kontinuierlichen Kontakt zu den Reiseveranstaltern.

Wir müssen in so einer Situation alle zusammenhalten.

Auch die Reisewarnung kam aus seiner Sicht zu spät. Über Aussagen, wie die von Außenminister Johann Wadephul (CDU), dass vor allem die Reiseveranstalter in der Verantwortung seien, ihre Urlauber zurückzuholen, wundert sich Brunner: "Ich finde, wir müssen in so einer Situation alle zusammenhalten".

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