Einen Tag nach der Landtagswahl steht fest: Die Vorder- und Südpfalz wird im neuen Landtag Rheinland-Pfalz von 19 Abgeordneten vertreten. Neben den elf Direktmandaten, die überwiegend an die CDU gingen, ziehen auch acht Abgeordnete über die Landeslisten ihrer Parteien ins Parlament ein. Darunter sind der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Gregory Scholz, der das Direktmandat für die SPD in Ludwigshafen verloren hat, für die Grünen Lea Marie Heidbreder aus Landau und Eugen Ziegler aus dem Wahlkreis Südlichen Weinstraße für die AfD.
CDU holt beide Wahlkreise in Ludwigshafen
Überraschend hatte die CDU am Wahlsonntag beide Wahlkreise in Ludwigshafen, die jahrelang fest in SPD-Hand waren, gewonnen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkreis 37 in Ludwigshafen lieferten sich dabei SPD-Kandidat Gregory Scholz und Marion Schneid von der CDU. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 35 Stimmen konnte die CDU den Wahlkreis letztlich für sich gewinnen.
Schneid kam auf 28,8 Prozent, Scholz auf 28,7 Prozent und Christoph Schmitt von der AfD auf 26,9 Prozent. Der Wahlkreis umfasst die Stadtteile Edigheim, Gartenstadt, Maudach, Oggersheim, Oppau, Pfingstweide und Ruchheim.
SPD unterliegt in Ludwigshafen
Auch der Wahlkreis 36 in Ludwigshafen ging an die CDU - hier gewann der 26-jährige Raymond Höptner, der derzeit Ortsvorsteher in Ludwigshafen-Mundenheim ist. Die Sozialdemokratin Beatrice Wiesner unterlag.
Der Wahlkreis umfasst die Nördliche und die Südliche Innenstadt sowie die Stadtteile Friesenheim, Mundenheim und Rheingönheim.
Zwei SPD-Wahlkreise gingen an die CDU in Ludwigshafen. Was bedeutet das? Eine Einschätzung von SWR-Studioleiter Ludwigshafen Hartmut Reitz:
Die SPD in Ludwigshafen am Tag danach
Schock, Frust, Ratlosigkeit und Angst SPD Ludwigshafen leckt nach Wahl-Debakel die Wunden
Schock in der SPD Ludwigshafen: Die Sozialdemokraten haben bei der Landtagswahl erstmals die Direktmandate verloren. Jetzt fragen alle: Wie findet die SPD zu alter Stärke zurück?
Nach Wahldebakel in Südpfalz: Schweitzer will Mandat behalten
Ministerpräsident Alexander Schweitzer holte bei der Landtagswahl zwar zum dritten Mal in Folge das Direktmandat für die SPD im Wahlkreis Südliche Weinstraße. Seine Partei verlor aber die Landtagswahl.
Am Tag nach der Wahl kündigte Schweitzer an, er wolle in der Landespolitik weitermachen. "Für mich bleibt es bei dem, was ich vor der Wahl gesagt habe: Ich werde nicht Minister. Mein Mandat werde ich behalten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Nach SPD-Schlappe bei Landtagswahl Schweitzer will Mandat behalten und Koalitionsverhandlungen führen
Nach der Niederlage der SPD bei der Landtagswahl RLP wird Alexander Schweitzer in der Landespolitik weitermachen und auch die Koalitionsverhandlungen für die SPD führen.
So gings in der Südpfalz aus
Das zweite SPD-Direktmandat in der Südpfalz holte Florian Maier in Landau nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU-Kandidatin. Mit deutlich größerem Vorsprung ging das Wörther Direktmandat an den CDU-Politiker Florian Bellaire.
Im Wahlkreis Germersheim gab es ein Dreier-Rennen zwischen CDU, SPD und AfD. Am Ende siegte knapp Tobias Baumgärtner (CDU) mit 28,6 Prozent. Die drei Wahlgewinner sagten dem SWR:
In der Vorder-und Südpfalz gibt es insgesamt elf Wahlkreise. Sie wollen wissen, wie Ihre Gemeinde bei der Landtagswahl 2026 gewählt hat:
SWR Wahlergebnisportal Landtagswahl 2026 - Ergebnisse der Wahlkreise in Rheinland-Pfalz
So hat mein Wahlkreis bei der Landtagswahl am 22. März 2026 gewählt.
Baldauf gewinnt in Frankenthal
CDU-Politiker Christian Baldauf hat am Sonntag den Wahlkreis Frankenthal gewonnen. Dem SWR sagte der Wahlsieger, er sei angesichts des Wahlsiegs seiner Partei bei der Landtagswahl den Tränen nah.
VG-Bürgermeisterwahlen in der Pfalz
Außerdem informieren wir über den Ausgang der VG‑Bürgermeisterwahlen Dannstadt-Schauernheim und Offenbach an der Queich (Kreis Südliche Weinstraße).
Schmitt gewinnt in Dannstadt-Schauernheim
In Dannstadt-Schauernheim hat Walter Schmitt (parteilos) am Sonntag die Bürgermeisterwahl gewonnen. Damit wurde der bisherige Verbandsbürgermeister, Stefan Veth (CDU), der seit 2010 im Amt war, abgewählt. Schmitt holte 59,3 Prozent der Wählerstimmen, sein Konkurrent Veth - kam auf 40,7 Prozent der Stimmen.
Für beide Kandidaten schien es am Abend eine Überraschung zu sein. Noch-Bürgermeister Stefan Veth hatte zwar nach eigenen Angaben geahnt, dass das Ergebnis knapp werden könnte, aber dass sich die Wähler so eindeutig für Schmitt aussprechen würden, war für ihn schwer nachzuvollziehen. Einen Plan B für eine Niederlage hatte er nicht parat.
Ähnlich schien auch Walter Schmitt von seinem Erfolg überrascht. Auf die Frage, was er als Landwirt jetzt mit seinem Betrieb macht, wenn er Vollzeit-Bürgermeister ist, gab es noch keine eindeutige Antwort. Bisher war Schmitt ehrenamtlicher Bürgermeister von Hochdorf-Assenheim in der Verbandsgemeinde. Auch auf die Frage, welche Projekte Schmitt als erstes angehen wolle, hatte er noch keine Ideen im Kopf. Er sei aber ein Mann der Tat und werde die Projekte direkt dann angehen, wenn sie anstünden.
In der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich wurde Simon Wingerter (FWG) zum neuen Bürgermeister gewählt mit 50,9 Prozent der Stimmen. Er setzte sich gleich im ersten Wahlgang gegen seine Mitbewerber Lukas Wingerter (CDU - 33,5% der Stimmen) und Jens Nord (SPD - 15,6 Prozent der Stimmen) durch.
Limburgerhof: Bürgermeister wiedergewählt
Andreas Poignée bleibt Bürgermeister der Gemeinde Limburgerhof (Rhein-Pfalz-Kreis). Bei der Wahl am Sonntag war der Christdemokrat einziger Bewerber. 86 Prozent der Wähler stimmten mit für den 50-Jährigen. 14 Prozent lehnten eine zweite Amtszeit ab. Die Wahlbeteiligung betrug 71 Prozent.