"Die Berufsfeuerwehr in Ludwigshafen befindet sich in einem gigantischen Veränderungsprozess", sagte Jan Deubel, stellvertretender Leiter der Feuerwehr bei einer Pressekonferenz.
Hintergrund ist der sogenannte Brandschutzbedarfsplan der Stadt. Darin ist festgelegt, wie schnell die Feuerwehr am Einsatzort sein muss und wie viele Einsatzkräfte dafür gebraucht werden.
Im Durchschnitt rückt die Berufsfeuerwehr 4.700 Mal pro Jahr in Ludwigshafen aus.
Idealismus, Teamspirit und Anerkennung Freiwillige Feuerwehrleute: Zwischen Familie, Job und Notruf
In diesem Sommer war die Freiwillige Feuerwehr oft im Einsatz. Die Männer und Frauen sind aber größtenteils berufstätig. Wie wird garantiert, dass sie schnell zur Stelle sind?
Neues Schutzziel erfordert neuen Standort
Der neue Plan sieht vor, dass zehn Einsatzkräfte spätestens zehn Minuten nach Eingang des Notrufs am Einsatzort sein müssen. Nach 15 Minuten sollen dann mindestens sechs weitere Kräfte eintreffen.
Dieses Ziel könne laut Deubel mit der aktuellen personellen und materiellen Ausstattung nicht erreicht werden.
Mehr Einsatzkräfte für Ludwigshafener Feuerwehr
Deshalb brauche es laut dem stellvertretenden Feuerwehrleiter Veränderung. An allen drei Feuerwachen der Stadt werden mehr Einsatzkräfte gebraucht.
Den größten Zuwachs soll laut Deubel die Feuerwache in Ludwigshafen-Oggersheim erhalten. Das Problem: die Wache ist bereits jetzt nahezu an ihrer Kapazitätsgrenze.
Ehrenamtliche Arbeit der freiwilligen Feuerwehren in der Pfalz Mit diesen Problemen kämpfen Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr
Ob psychischer Druck, technische Anforderungen oder unnötige Einsätze – das Ehrenamt bei der Feuerwehr in Rheinland-Pfalz wird zunehmend zur Belastungsprobe.
Feuerwehrautos aus dem Baujahr 1980
Auch neue Einsatzfahrzeuge werden benötigt, sagt Stefan Bruck, Leiter der Berufsfeuerwehr in Ludwigshafen. Die ältesten Fahrzeuge, die noch im Einsatz sind, stammen aus den Jahren 1980 und 1992.
Daneben müsse ein Übungsplatz errichtet werden, an dem die Einsatzkräfte praxisnah lernen können, sagt Bruck. Er fordert ebenfalls eine Übungshalle für Regentage und den Winter.
Nur ein passender Standort: Ruchheim
Die Freiwillige Feuerwehr in Ruchheim müsse auch ein neues Gebäude bekommen, sagte der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr Jan Deubel. Deshalb habe die Feuerwehr einen Standort gesucht, an dem all das möglich ist.
Eine neue Feuerwache könnte nördlich der A650 im Stadtteil Ruchheim gebaut werden. Das Gelände dafür sei rund 5 Hektar groß.
Auch der Ludwigshafener Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) befürwortet den neuen Standort. Als Feuerwehrdezernent stellt er den Bedarfsplan samt neuer Wache im Hauptausschuss vor.
Brandschutzbedarfsplan muss bis 2028 fertig sein
Für die Planung hat die Stadt bis 2028 Zeit.
Einen Kostenplan gibt es auch noch nicht, die Stadt wird, so Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU), das anschaffen, was gebraucht wird. Er gehe aber davon aus, dass das Land sich an den Kosten beteiligt.
Informationsabend in Ruchheim
Am Dienstag, den 15.09., soll es im Gemeinschaftshaus Ruchheim eine Bürgerversammlung geben. Dort will der Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) mit Jan Deubel als Vertreter der Feuerwehr die Bürger informieren.