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"SWR Aktuell Vor Ort" in Ludwigshafen-Gartenstadt: Das bewegt die Menschen

Ein Team des SWR-Studios Mannheim-Ludwigshafen hat am Donnerstag Ludwigshafen-Gartenstadt besucht. Hier erfahren Sie, was die Menschen dort bewegt.

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Von Autor/in Nancy Lau, Bettina Blum, Hartmut Reitz, Nicole Völkering

Gespräche mit zahlreichen Menschen vor Ort - das ist die erfreuliche Bilanz unserer SWR-Reporterinnen und Reporter, die am Donnerstag fünf Stunden lang in Ludwigshafen-Gartenstadt waren.

Wir kamen an der Einkaufsmeile in der Niederfeldstraße mit Menschen ins Gespräch und wollten wissen: Was beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger, die in der Gartenstadt wohnen? Und wie stehen sie dazu, dass der AfD-Kandidat Joachim Paul vom Wahlausschuss nicht zur OB-Wahl zugelassen wurde?

SWR-Mitarbeiterinnen Nicole Völkering (links) und Bettina Blum (rechts) am SWR-Stand in Ludwigshafen-Gartenstadt.
SWR-Mitarbeiterinnen Nicole Völkering (links) und Bettina Blum (rechts) am SWR-Stand in Ludwigshafen-Gartenstadt.

Was bewegt Menschen in Ludwigshafen-Gartenstadt?

In den Gesprächen wurde schnell klar, dass sich die Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürgerinnen ähneln. Zentrales Thema ist die Sauberkeit. "In meiner Gegend bei uns in Ludwigshafen-Gartenstadt ist überall Müll", klagte eine Mutter mit zwei kleinen Kindern. "Wo bin ich denn hier!" Sie wünscht sich für Ludwigshafen auch mehr Spielplätze für Kinder.

Auch ein Senior, der am Maudacher Bruch wohnt, kennt das Müll-Problem gut. Er kritisiert Müllberge in dem Landschaftsschutzgebiet. "Ich als normal denkender Mensch sage, ich kann das nicht einfach da hin kippen! Es gibt überall Sammelstellen kommunaler Art [...] wo man den Müll kostenlos hinbringen kann. Warum kippe ich das in die Umwelt?"

Aber auch in der Ludwigshafener Innenstadt sei Müll ein zentrales Problem, meinte eine 76-jährige Bürgerin: "Die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig. Es ist nicht so, wie es sein soll. Ich gehe nicht in die Stadt."

Zu wenige Geschäfte in der Gartenstadt

Einige Bürgerinnen und Bürger klagten auch darüber, dass es in der Gartenstadt zu wenige Geschäfte für den täglichen Bedarf gebe. Eine Seniorin beklagt, dass eine Metzgerei in ihrer Nähe fehle. "Das ist ein bisschen knapp!"

Eine 89-Jährige, die seit fast 70 Jahren in Niederfeld lebt, sagte dem SWR: "Überall macht alles zu– als nächstes die Apotheke." Einkaufen zu Fuß sei "extrem anstrengend", klappe aber noch. "Das muss", sagt die Seniorin, denn "ich habe niemanden, der das für mich machen kann."

Kriminalität sorgt Bürger und Bürgerinnen

Einigen Bürgerinnen und Bürgern in Ludwigshafen-Gartenstadt bereitet das Thema Kriminalität Sorgen. Sie fühlen sich in der Gartenstadt oder am Berliner Platz insbesondere abends nicht mehr so sicher, die Polizei sei dort oft wegen Auseinandersetzungen oder Kontrollfahrten unterwegs.

Ein Gesprächspartner, ein Italiener, arbeitet als Facharbeiter in der Industrie und spricht mit starkem pfälzischen Dialekt. Er beklagt die aggressive Stimmung in Ludwigshafen: "Gehen Sie doch mal abends in die Fußgängerzone, da sind ein Haufen aggressiver Leute", sagte er. "Insgesamt sind die Menschen ungeduldiger, aggressiver geworden – egal, ob ich in einen Laden oder eine Bank gehe, das Personal ist nur genervt."

Es wurden auch Vorbehalte gegenüber Menschen mit ausländischen Wurzeln geäußert oder Probleme im Zusammenleben geschildert. Wobei sich auch das in das sehr häufig und allgemein geäußerte Problem einreiht, dass der Respekt im Zusammenleben der Menschen nachgelassen hat. 

Viele sagen: Ausschluss von Joachim Paul war gut

Wir haben in den Gesprächen auch nach der OB-Wahl in Ludwigshafen gefragt, denn am Dienstag hatte der Wahlausschuss den AfD-Kandidaten Joachim Paul nicht zugelassen. Die übergroße Mehrheit der interviewten Bürgerinnen und Bürger aus der Gartenstadt fand das gut so. Es gab aber auch Gegenstimmen, die meinten, dass der Ausschluss von Paul nicht in Ordnung wäre.

Ein Rentner meinte, dass der Ausschluss von Paul eine Menge Zündstoff berge: "Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite ist er von der Wahlbeteiligung ausgeschlossen. Das akzeptiert er nicht und er wird dagegen gerichtlich vorgehen." Das biete viel Potenzial dafür, "dass die Wahl nicht ruhig ablaufen wird."

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Das Bild zeigt Hartmut Reitz
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