Der bayerische Projektentwickler BayWa darf bei Dirmstein und Obersülzen im Kreis Bad Dürkheim 17 neue Windräder errichten, teilte die SGD Süd am Mittwoch mit. Das internationale Unternehmen mit Sitz in München reagierte positiv auf die Nachricht aus Neustadt an der Weinstraße. Eine Sprecherin sagte, man rechne mit einem Baustart in 2027.
Investor BayWa aus München begrüßt Genehmigung des Windparks
Der Windpark Dirmstein ist bislang einer der größten zusammenhängenden Windparks, die in Rheinland-Pfalz und sogar deutschlandweit in einem einzigen Verfahren genehmigt wurden: 17 Anlagen des Typs Nordex N175 mit insgesamt 115,6 Megawatt Leistung. Wir freuen uns sehr über die erteilte Genehmigung, da sie einen zentralen Meilenstein für die Realisierung des Windparks darstellt.
In Dirmstein erst umstritten- dann doch genehmigt
Das Projekt war in Dirmstein zuerst umstritten, vergangene Woche hat der Gemeinderat es dann doch genehmigt. Ortsbürgermeister Jens Schlüter von der Initiative Dirmstein (ID) sagte auf Anfrage, er habe mit einer Bewilligung des Windparks durch die SGD gerechnet. Aus finanziellen Gründen habe der Gemeinderat keine rechtlichen Schritte genehmigen wollen. Durch eine Beteiligung der Gemeinde am Wind-Ertrag könnte Dirmstein nun sogar auf etwa 200.000 Euro für die Gemeindekasse rechnen.
Hoffnung auf weitere Gespräche mit BayWa
Der Ortsbürgermeister von Dirmstein kündigte aber auch weitere Gespräche mit dem Projektentwickler BayWa an. Vielleicht werde er noch versuchen "ganz nahe Anlagen an der Wohnbebauung zu verhindern", so Schlüter. Rund um Dirmstein gibt es bereits 14 ältere Windkraftanlagen, dazu kommen dann 16 weitere Anlagen mit einer Höhe von fast 270 Meter, das sei "zu viel, zu nahe, zu hoch", erklärte Marianne Geipel, fraktionsloses Gemeinderatsmitglied in Dirmstein.
Ein Windrad soll in Obersülzen stehen
Eines der Windräder plant die BayWa im benachbarten Obersülzen (Kreis Bad Dürkheim), obwohl der dortige Gemeinderat sein Einverständnis verweigert hat. Bürgermeister Michael Schütz (CDU) sagte dem SWR am Mittwoch, er halte die Genehmigung SGD Süd für ein "falsches Signal". Er appellierte dafür, noch auf viel mehr verschiedene Energieträger zu setzen.