Höhere Zäune, mehr Strom

Wolf in der Südpfalz: So schützt eine Züchterin ihre seltenen Schafe

Ein junger Wolf streift durch den Bellheimer Wald. Eine Schafzüchterin aus dem benachbarten Westheim rüstet auf. Sie weiß aber auch: einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.

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Stand

Im Juni, als der Wolf in eine Fotofalle getappt ist, da war für Beate Heck klar: die Schafe bleiben im Stall. Heck züchtet Waliser Schwarznasenschafe. Eine seltene Rasse: Heller Körper, schwarzer Kopf, die Wolle wächst den Schafen auch im Gesicht. Jedes Tier ist mehrere hundert Euro wert.

Heck weiß: der Wolf läuft an ihren Weiden vorbei. Wie soll es auch anders sein. Hier grenzt Weide an Ackerfläche und an Wald. Viel Platz sei da ohnehin nicht für den Räuber.

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Ob die Schafzüchterin den Wolf hier haben will? "Natürlich würde ich mir wünschen, dass der Wolf wieder weggeht", sagt Beate Heck. Seit 20 Jahren züchtet sie Schafe und ist im Landesverband der Schaf- und Ziegenhalter aktiv:

Die Schafzüchterin aus Westheim (Kreis Germersheim) versucht aber, realistisch an die Sache mit dem Wolf heranzugehen und sagt: "Klappen kann das Zusammenleben nur, wenn wir uns entsprechend schützen. Einen hundertprozentigen Wolfsschutz gibt es leider nicht. Aber wir müssen alles dafür tun, dass wir mit 'nem besseren Gefühl abends nach Hause gehen."

Schafstall
Die Waliser Schwarznasenschafe bleiben erstmal im Stall.

Das Ziel: den Wolf von Nutztieren fernhalten

Deswegen hat sie auf einer Weide den Schutz angepasst und aufgerüstet: Höhere Pfähle, höhere Zäune, mehr Stromreihen, auch wenn die Tiere gar nicht auf der Weide stehen.

Es geht darum, dass der Wolf lernt: die Weide ist kein Schnellimbiss. Dadurch ist Beate Heck beruhigt: "dass wir wissen, der Wolf haut sich die Nase an, wenn er an unsere Zäune geht"

Online-Sprechstunden für Tierhalter

Die Südpfälzer Züchterin empfiehlt anderen Tierhaltern, auch aufzurüsten. Da sei eine Aufklärung wichtig: "Wir müssen wissen, wie können wir unsere Tiere besser schützen."

Konkrete Informationen dazu soll es bald geben: Das KLUWO, das Koordinationszentrum Luchs und Wolf vom Land Rheinland-Pfalz, hat noch in dieser Woche zwei Online-Sprechstunden angekündigt. Am 13. November soll es dann eine Vor-Ort-Veranstaltung zum Herdenschutz in Hochstadt (Südliche Weinstraße) geben.

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Weil Teile der Pfalz seit Ende Oktober "Wolfspräventionsgebiet" sind, wird der Herdenschutz vom Land gefördert. Elektrozäune und Zubehör zum Beispiel bis zu 100 Prozent, auch der eigene Arbeitsaufwand der Halterinnen und Halter kann verrechnet werden und die jährlichen Kosten für Herdenschutzhunde. Mehr Infos gibt es hier.

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Autor/in
SWR

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