Eindrücke aus dem Süden des Landes

Zhanjiang: Die kleine Millionenmetropole rund um das neue BASF-Werk in China

Die BASF hat ihren neuen Verbundstandort in China eingeweiht. Wie wirkt die Stadt Zhanjiang mit sieben Millionen Einwohnern, in der das neue Chemiewerk liegt?

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Stand

Von Autor/in Hartmut Reitz

Schon auf dem Weg vom fast neuen Flughafen von Zhanjiang in die City fallen diese gigantischen Hochhaus-Komplexe ins Auge. Aber klar, irgendwo müssen die sieben Millionen Menschen, die in dieser Metropole leben, ja auch wohnen.

Vieles sieht neu und auch beeindruckend aus, wie der vor vier Jahren fertiggestellte neue Flughafen rund 40 Kilometer außerhalb. Aber zwischendrin zeugen auch einige Hochhaus-Rohbau-Ruinen von der chinesischen Immobilien-Krise.

Hartmut Reitz, Leiter des SWR-Studios Ludwigshafen, war bei der BASF-Werkseröffnung in Zhangjiang in China dabei.
Hartmut Reitz, Leiter des SWR-Studios Ludwigshafen, war bei der BASF-Werkseröffnung in Zhangjiang in China dabei.

Rollerschwärme mit E-Antrieb

Das Zentrum von Zhanjiang ist quirlig und es sind riesige Schwärme von Rollern auf den Straßen unterwegs, manchmal bepackt mit Kartons und Tüten oder ein Kind steht vor der Fahrerin, eines sitzt dahinter. Im ersten Moment fällt gar nicht auf, was an diesem Bild von urbaner Mobilität fehlt: Der Lärm. Es sind praktisch ausschließlich Elektro-Roller, die die Menschen hier fahren. Nichts stinkt, nichts macht Krach.

Die Grafik zeigt den Ort Zhanjiang auf einer Karte. Die Stadt liegt günstig direkt am Meer.
Zhanjiang liegt in Südchina, direkt am Meer.

China fördert die E-Mobilität und es gab auch Verbote für Verbrenner-Roller in Innenstädten. Und offenbar können sich diese E-Roller auch viele Menschen leisten. Als Fußgänger muss man halt aufpassen, auch wenn die Fußgängerampel grün zeigt.

Ludwigshafen/Zangjiang

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Neues BASF-Werk in China außerhalb des Stadtzentrums

Das neue BASF-Werk in Zhanjiang liegt rund 40 Kilometer außerhalb, auf einer vorgelagerten Insel. Täglich fahren Shuttle-Busse die rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Stadt zum Werk. Die Stadtteile und ländlicheren Bereiche auf dem Weg zeigen dann auch ein anderes Bild: verfallene Gebäude am Straßenrand, zwischendrin ein paar Felder, einzelne Kühe, dann wieder Müll und auch wieder gut ausgebaute Bereiche. Es gibt da auch arme Leute und noch viel Entwicklungsarbeit.

Das Bild zeigt Hochhäuser in Zhangjiang. In der 7-Millionen-Metropole in China hat die BASF ein neues Werk eröffnet.
Blick auf die Hochhäuser in Zhangjiang. Nahe der Millionenstadt in China hat die BASF ein neues Werk eröffnet.

Was ist "Basfu"?

BASF ist ein Begriff in Zhanjiang. Das merke ich, als ich in die Altstadt laufe und angesprochen werde. Touristen aus Westeuropa verlaufen sich nicht oft hierher. Ob ich was mit "Basfu" zu tun hätte und aus Deutschland komme, werde ich gefragt. Ja, sage ich - zu kompliziert, zu erklären, dass ich über die Eröffnung berichtet habe. Aber "BASF" und "Germany" reichen als Stichworte und der Mann strahlt und ruft mir gute Wünsche hinterher. Es sprechen nicht viele hier Englisch, selbst am Flughafen-Schalter und auch vereinzelt im Hotel muss die Übersetzungs-App auf dem Smartphone helfen.

Der Strandboulevard in Zhanjiang. Die Stadt liegt in China an der Küste zum südchinesischen Meer. Die BASF hat ihr neues Werk auf einer vorgelagerten Insel errichtet.
Der Strandboulevard in Zhanjiang. Die Stadt liegt in China an der Küste zum südchinesischen Meer. Die BASF hat ihr neues Werk auf einer vorgelagerten Insel errichtet.

Zhanjiang war einst französische Kolonie

Hier in der Altstadt stehen noch Häuser aus der Zeit, als die Region französische Kolonie war. Viele kleine Stände gibt es hier, mit Obst und Gemüse, mit Holzarbeiten oder allerlei Krimskrams. Die Menschen sind ungemein herzlich und hilfsbereit - es ist der Stadteil, den uns am Vortag eine BASF-Mitarbeiterin gezeigt hat, weil sie hier aufgewachsen ist. Alte Gemäuer, aber mit Seele und Charme. Und bei ihr war deutlich spürbar, wie stolz sie darauf ist, bei der BASF zu arbeiten.

Die Altstadt von Zhanjiang. Die Region war früher eine französische Kolonie.
Die Altstadt von Zhanjiang. Die Region war früher eine französische Kolonie.

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Es ist nur ein kurzer Eindruck, man müsste viel intensiver mit den Menschen ins Gespräch kommen, um all die schnellen Eindrücke zu hinterfragen. Die Korrespondenten-Kolleginnen und -Kollegen erzählen, wie schwierig es für Journalisten ist, unabhängig und unbeobachtet zu berichten. Wäre ich hier mit Kamerateam und Übersetzer aufgekreuzt, hätte das wahrscheinlich die Staatsmacht auf den Plan gerufen. Wer weiß. So bleibt es bei der kurzen Visite im Schatten der BASF-Eröffnungsfeier.

Hochglanzfassade mit Brüchen

Der zweitstündige Trip zu Fuß durch die Straßen von Zhanjiang ist schweißtreibend, bei 30 Grad im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit. Hier in der Gegend wachsen Ananas und Mango. Chinesen machen hier auch Urlaub, der Strand kann sich sehen lassen. Die Stadt kommt mir sehr aufstrebend und modern vor und gleichzeitig sind da Brüche in der Hochglanz-Fassade, wie sie jede Großstadt hat. Apropos Großstadt, wie sagte doch der Korrespondentenkollege, der sich in China auskennt: Eigentlich ist Zhanjiang ein Kaff, im Vergleich zu den richtigen Metropolen Chinas. Ein Kaff mit sieben Millionen Einwohnern.

Der Strand in Zhanjiang. Die Stadt ist für viele Chinesen ein Urlaubsort.
Der Strand in Zhanjiang. Die Stadt ist für viele Chinesen ein Urlaubsort.

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Hartmut Reitz
Das Bild zeigt Hartmut Reitz

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