Das Wort Gegenwind fiel gleich mehrfach am Freitagvormittag in Ludwigshafen, als Vorstandschef Markus Kamieth und Finanzvorstand Dirk Elvermann die Bilanz des Chemieriesen für 2025 vorstellten. Es war schon mal einfacher für die BASF, Geld zu verdienen. Schon im Januar kam das Signal, dass der Konzern die selbst gesetzten Ziele für 2025 nicht ganz erreichen wird. Die Bilanz jetzt: Der Umsatz sank im Vergleich zu 2024 um knapp drei Prozent auf circa 59,7 Milliarden Euro. Beim Betriebsgewinn verzeichnet die BASF sogar einen Rückgang von fast zehn Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro.
Sparprogramm der BASF "auf einem guten Weg"
Das Credo des BASF-Vorstands: Wir kümmern uns um das, was wir selbst beeinflussen können. Heißt: Sparen wo immer es geht. Entsprechende Programme werden seit Jahren umgesetzt und sie seien auch erfolgreich, so die Botschaft der Vorstandsspitze.
Bis Ende 2026 erwartet der Chemiekonzern im Schnitt jährliche Einsparungen von etwa 2,3 Milliarden Euro. Ursprünglich waren nur 2,1 Milliarden Euro geplant. Hier sei man auf einem "guten Weg". Der Chemiekonzern kämpft mit Kostendruck, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk Ludwigshafen, in dem etwa ein Drittel aller Beschäftigen des weltweit agierenden Konzerns arbeitet.
Produktionsanlagen in Ludwigshafen nicht ausgelastet
Ein Problem, dass Markus Kamieth als Vorstandschef sichtbar umtreibt: Der Standort Ludwigshafen schreibt weiter rote Zahlen. Zwar habe sich das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert, sagte Finanzvorstand Dirk Elvermann, aber die Produktionsanlagen seien nicht ausgelastet.
Vorstandschef Kamieth sagte, die Auslastung sei "historisch niedrig". Zwar schaffe es die BASF in Europa geringer zu schrumpfen als der Markt, aber es sei eben kein Wachstum in Sicht. Deshalb stehe der Standort Ludwigshafen unter einem enormen Druck. Ziel sei daher, den Absatz zu steigern, um die Anlagen besser auszulasten. Ziel für Vorstandschef Markus Kamieth: Das Stammwerk wieder profitabel zu machen, "so schnell es geht".
Keine Verbesserung für 2026 in Sicht
Genaue Beschäftigten-Zahlen für das Werk Ludwigshafen wird es wohl erst im März geben. Sicher ist, dass nicht nur die Auslastung im Stammwerk, sondern auch die Beschäftigtenzahl historisch niedrig sein wird. Im gesamten Konzern seien in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 4.800 Stellen abgebaut worden, die Zahl der Führungskräfte ging um 11 Prozent zurück, so Finanzvorstand Dirk Elvermann. Das zeige, dass das Unternehmen auf alle Ebenen effizienter aufgestellt werde. Dieser Kurs werde auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Betriebsbedingte Kündigungen schließt eine kürzlich getroffene Standortvereinbarung bis Ende 2028 aus.
Verkauf von Werkswohnungen verteidigt
Aber es trifft nicht nur Verwaltung und Produktion. Zuletzt hatte die BASF überraschend angekündigt, 4.400 Werkswohnungen zu verkaufen. Dazu sagte Vorstandschef Markus Kamieth, er verstehe gut, dass die BASF mit dieser Nachricht viele Menschen verunsichert habe. Er verwies auf den enormen wirtschaftlichen Druck, unter dem die BASF stehe.
Wir wollen uns da aus keiner Verantwortung herausziehen, aber wir müssen eben auch der Realität ins Auge sehen, dass das eben ein Kapital ist, das wir im Unternehmen an anderer Stelle gut gebrauchen können.
Die BASF werde von möglichen Käufern der Werkswohnungen Garantien und Zugeständnisse verlangen, um den Verkauf für die Mieter verantwortungsvoll zu gestalten.
Zurückhaltende Prognose - stabile Dividende
Die Prognose des Unternehmens für 2026 fällt bisher eher zurückhaltend aus, eine Verbesserung der Geschäfte sei nicht in Sicht.
Aus heutiger Sicht rechnen wir kurzfristig weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage.
Für die Aktionärinnen und Aktionäre möchte der Konzern die Dividende stabil halten bei 2,25 Euro je Aktie.