Der Wald rund um Haßloch besteht zu 80 Prozent aus Nadelbäumen. Bislang war hier vor allem die Kiefer beheimatet. Doch Trockenheit, Hitze, Käfer- und Pilzbefall machen dem Nadelbaum zu schaffen, erklärt Förster Julius Paffrath.
Haßlocher pflanzen ihren Wald der Zukunft
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger machen sich daher am Samstag daran, junge, hitzeresistente Laubbäume zu pflanzen. Jeder von ihnen hat dafür 20 neue Bäumchen gespendet und kann diese dann auch direkt einpflanzen.
Eine Gruppe Senioren erzählt, dass sie Adventsschmuck verkauft hat, selbst entworfene kleine Tannenbäumchen, um mit dem Erlös die kleinen Laubbäumchen kaufen zu können. "Bäumchen für Bäumchen sozusagen", lacht eine ältere Frau.
Mischwald soll dem Klimawandel trotzen
Eifrig laden die Bürgerinnen und Bürger die Jungpflanzen von einem LKW ab, stechen ihre Spaten kräftig in die Walderde und bringen die Setzlinge im Haßlocher Wald aus. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus heimischen und südeuropäischen Baumarten, die gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen.
Dazu gehören Roteiche, Silberlinde, Esskastanie und Hainbuche. Dabei wird auch ein spezielles Gel verwendet, dass Feuchtigkeit speichern kann und den jungen Pflanzen bei Trockenheit hilft. Auf diese Weise soll im Laufe der Jahre ein vielfältiger Mischwald entstehen und den kranken Kiefernwald ersetzen.
Haßloch: Klima-resistenter Wald wächst
Ein Hektar Wald wurde so schon bepflanzt, erzählt Förster Julius Paffrath. Und es soll noch deutlich mehr werden. "Bis zum Ende meiner Berufstätigkeit möchte ich erreichen, dass 40 Prozent des Waldes aus hitzeresistenten Laubbäumen besteht", sagt er hoffnungsfroh. Damit habe er noch 30 Jahre Zeit, sein Ziel zu erreichen, fügt er hinzu.
Vom Hochzeitswäldchen zum Zukunftswäldchen
Das Projekt Zukunftswäldchen wird gemeinsam vom Forstzweckverband Haßloch/Böhl-Iggelheim und der Gemeindeverwaltung organisiert. Es ist die Fortsetzung einer anderen Baumpflanzaktion in Haßloch: Beim "Hochzeitswäldchen", das von 2002 bis 2014 umgesetzt wurde, hatten Brautpaare an einer anderen Stelle im Gemeindewald junge Bäume gepflanzt.
Umwelt Den Wald klimaresistent machen – Was Forscher und Förster tun
Der Klimawandel setzt den Wäldern zu: Nur noch jeder fünfte Baum ist gesund. Regenwurmreiche Böden und Mischwälder sollen helfen. Noch ist unklar, welche Bäume zukunftsfähig sind.
7.000 junge Bäume an einem Wochenende
Und in Haßloch geschieht noch mehr für den Wald der Zukunft: Parallel zur Bürgeraktion hat an diesem Wochenende auch der bundesweite Verein "Trinkwasserwald" dafür gesorgt, dass es im Haßlocher Wald noch mehr neue, junge Bäume gibt.
Insgesamt wurden so an einem Wochenende über 7.000 neue Bäume rund um Haßloch eingepflanzt.