Für neue Ausstellung

Schiffe rücken im Museum: Aufwendiger Umzug in Mainz

Im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz war am Montag einiges in Bewegung. Zwei Nachbauten römischer Schiffe wurden an neue Plätze verschoben - mit Hilfe von Spezialtechnik.

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Stand

Etwa 20 Meter lang und mehr als vier Tonnen schwer sind die beiden Nachbauten antiker römischer Schiffe. Bald sollen Besucherinnen und Besucher sie wieder im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz besichtigen können. Dafür wurden die Holzschiffe innerhalb der großen Museumshalle an ihre zukünftigen Plätze verschoben.

Nachbau eines römischen Kriegsschiffs im Museum für Antike Schifffahrt des Leibniz-Zentrums für Archäologie LEIZA in Mainz
Der Nachbau eines römischen Kriegsschiffs wird mit Hilfe von Luftkissen verschoben. LEIZA / Stephan Dinges

Schiffe werden auf Luftkissen verschoben

Doch die riesigen Schiffe ließen sich nicht mal eben mit ein paar Leuten durchs Museum tragen. Dafür wurde eine Spezialfirma beauftragt. Sie hat damit Erfahrung: Vor etwa 15 Jahren durfte sie die Holzschiffe schon einmal durchs Museum schieben.

Diesmal kamen Luftkissen zum Einsatz. Sie sind nicht viel größer als Sofakissen, bestehen jeweils aus einer Metallplatte, die direkt unter den Schiffsrümpfen platziert wurde und haben auf der Unterseite einen aufblasbaren Ring. "Da wird permanent Druckluft durch die Luftkissen gefördert und dadurch schwebt das Ganze dann und kann eigentlich mit sehr wenig Körperkraft bewegt werden. Wie so ein Hovercraft", erklärt Alexander Weisel von der gleichnamigen Spezialfirma aus Gau-Algesheim.

Schiffe rücken im Museum dauert viele Stunden

Das eigentliche Bewegen der tonnenschweren Schiffe ging also vergleichsweise schnell: Etwa im Schritttempo konnten die Nachbauten an ihre neuen Plätze verschoben werden. Trotzdem dauerte die ganze Aktion mehr als sechs Stunden.

Das Team der Spezialfirma musste nämlich zunächst einmal die ganze Technik aufbauen. Die Luftkissen mussten sie unterhalb der Schiffe genau platzieren und austarieren, damit nichts in Schieflage geraten konnte. Am Ende lief aber alles nach Plan.

Die Mitarbeiter der Spezialfirma legen Metallplatten mit Luftkissen unter die zwei Holzschiffe.
Die Mitarbeiter der Spezialfirma legen Metallplatten mit Luftkissen unter die zwei Holzschiffe. Sarina Fischer

Römische Schiffe mit besonderem Wert

Über das gelungene Schiffe rücken freuten sich auch die Verantwortlichen des Museums. Denn die Römerschiffe sind zwar keine römischen Originale, aber selbst die Nachbauten seien ziemlich wertvoll, sagt Dr. Henriette Baron, Bereichsleiterin Ausstellung im Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA): "Die Schiffe wurden hier in diesem Gebäude gebaut. Die basieren auf den Wracks, die im Winter 1981/82 hier in Mainz gefunden wurden. Und jedes dieser Schiffe hat ungefähr drei bis vier Jahre Bauzeit gehabt."

Die gut erhaltenen Reste römischer Schiffe waren bei Bauarbeiten am Mainzer Rheinufer gefunden worden. Die Wracks gibt es auch künftig im Museum zu sehen, neben Modellen antiker Wasserfahrzeuge, Handelswaren und Steindenkmäler.

Wiedereröffnung des Museums Ende des Jahres geplant

Die nun erfolgreich verschobenen Schiffsnachbauten haben nun also ihre Plätze eingenommen für die neue Ausstellung. Das Museum für Antike Schifffahrt in Mainz ist seit etwa vier Jahren wegen Umbaus geschlossen und soll mit der neuen Ausstellung voraussichtlich Ende 2026 wiedereröffnen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Judith Seitz
SWR-Reporterin Judith Seitz
Sarina Fischer
Sarina Fischer ist Reporterin im SWR Studio Mainz
Audiobeitrag
Wolfgang Seligmann

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