Ein massiver Stromausfall, ein Cyberangriff auf kritische Infrastruktur, eine Naturkatastrophe oder auch einfach nur ein unglücklicher Unfall bei Bauarbeiten - es gibt viele Szenarien, die dazu führen könnten, dass Telefon- und Mobilfunknetze plötzlich nicht mehr funktionieren.
Gerade in solchen Extremsituationen, in denen schnelle Hilfe überlebenswichtig werden kann, kann ein Ausfall der digitalen Kommunikationswege fatale Folgen haben. Doch wie können Notrufe abgesetzt werden, wenn weder das Handy noch das Festnetz funktionieren?
Notfallmeldestellen sollen für Hilfe in Mainz sorgen
Die Stadt Mainz hat sich auf genau dieses Szenario vorbereitet und ein Konzept entwickelt: Im Ernstfall können 39 sogenannte Notfallmeldestellen eingerichtet werden, die der Bevölkerung ermöglichen, weiterhin Notrufe abzusetzen. Am Montag hat es der Mainzer Oberbrügrmeister Ninio Haase (parteilos) zusammen mit dem Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, Stefan Behrendt, vorgestellt.
Notfallmeldestellen bei Supermärkten, der Feuerwehr oder in Ortsverwaltungen
Demnach sind die Notfallmeldestellen strategisch über das gesamte Stadtgebiet verteilt, sodass in einem Umkreis von maximal einem Kilometer immer eine Anlaufstelle erreichbar ist. Zu den Standorten zählen unter anderem Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren, Rettungswachen, Polizeidienststellen sowie bekannte öffentliche Orte wie Supermärkte oder Apotheken.
So funktionieren die Notfallmeldestellen
Die Meldestellen dienen dazu, Notrufe aufzunehmen und über Funk an die zuständigen Leitstellen weiterzuleiten. Wenn man zum Beispiel wegen eines Stromausfalls die 110 und 112 nicht mehr wählen kann, nehmen an den Notfallmeldestellen Feuerwehrleute, Polizisten oder Mitglieder von Hilfsorganisationen den Notruf auf und geben ihn per Funk an die Leitstelle weiter.
Sie sind mit Funkgeräten, Ersatzakkus und standardisierten Meldeformularen ausgestattet. "Mit den Notfallmeldestellen schaffen wir für die Mainzer und Mainzerinnen eine verlässliche Struktur in außergewöhnlichen Lagen", erklärte Oberbürgermeister Haase - beispielsweise auch wenn es zu einem großflächigen Stromausfall kommt, wie zuletzt in Berlin.
Kein Ersatz für Versorgungsstellen
Die Verantwortlichen betonten aber auch, dass die Notfallmeldestellen ausdrücklich nicht für die Versorgung der Bevölkerung mit Ressourcen wie Strom oder Wasser gedacht seien. "Die Notfallmeldestellen dienen ausschließlich der Sicherstellung der Notrufabgabe", so Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Behrendt.
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Katastrophenfall: Eigenvorsorge bleibt entscheidend
Die Stadt betont zudem die Bedeutung der Eigenvorsorge. Haushalte sollten in der Lage sein, sich für mindestens 72 Stunden eigenständig zu versorgen. Dazu gehören unter anderem Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, wichtige Medikamente und ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio. So könnten sich die Einsatzkräfte auf Menschen konzentrieren, die auf direkte Hilfe angewiesen sind.