Es war ein sensationeller Fund, den Wissenschaftler im Jahr 2023 machten: Unter zwei ausgeraubten Gräbern auf einem Grabungsfeld in Ingelheim fanden sie eine völlig unberührte Grabstätte aus der Merowingerzeit. Darin befand sich das Skelett eines fränkischen Kriegers, samt seiner Waffen.
Schwert, Breitaxt und Lanze
Der Krieger hatte in seinem Grab ein Schwert, eine Breitaxt, eine Lanze und ein Messer. Die Fundstücke geben den Wissenschaftlern tiefe Einblicke in das Leben im siebten Jahrhundert, sagte der Archäologe Holger Grewe von der Forschungsstelle Kaiserpfalz , deren Mitarbeiter den Unbekannten in einem Gräberfeld in Ingelheim entdeckt haben.
Mit dem Fund ist die Historie Ingelheims um 250 Jahre älter geworden.
Neuer Blick auf die Geschichte von Ingelheim
Bislang war wenig über die Merowingerzeit in Ingelheim bekannt, erklärte der Archäologe am Montag. Das nachfolgende Herrschergeschlecht der Karolinger habe offenbar alles daran gesetzt, damit die Merowinger in Vergessenheit gerieten.
Fränkischer Krieger mithilfe des LKA als Hologramm dargestellt
Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie der fränkische Krieger vermutlich ausgesehen hat, war auch eine Spezialistin des Landeskriminalamtes im Einsatz. Sie hat gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern den Körper des Mannes rekonstruiert. In der Ausstellung ist er als Hologramm zu sehen.
Die Ausstellung mit dem Namen "Grab 447 - Ein fränkischer Krieger und sein geheimer Schatz" ist noch bis zum 24. August in der Kultur- und Kongresshalle Ingelheim zu sehen.