Für die Leseprobe nahmen die knapp zwei Dutzend Teilnehmer am Dienstagvormittag an Tischen Platz, die zu einem Viereck im Veranstaltungszentrum zusammengestellt waren. Gemeinsam mit Regisseurin Mina Salehpour gingen sie ihre Rollen und Texte durch.
Zu Probenbeginn las das Ensemble abwechselnd die diesjährige Eröffnungsszene mit einem geheimnisvollen Geiger. "Der Mann spielt, als sei er der Tod. Und was er spielt, wird wahr", heißt es unter anderem. Schauspieler Wolfram Koch als Siegfried-Mörder Hagen raunte mit fester Stimme: "Ich will jagen."
Vom Tod des Drachen bis zum Showdown
Zum Probenauftakt erklärte Regisseurin Salehpour, wie sie sich die Aufführung auf der Freilichtbühne vor dem Wormser Dom vorstellt: In der Vergangenheit seien bei den Festspielen oft nur Teilaspekte der Sage beleuchtet worden. Diesmal werde die ganze Geschichte erzählt.
Die Geschichte beginnt mit der Tötung des Drachen und endet im Showdown. Wir werden groß ausholen und ganz viel erzählen.
Gewalt und massive Misshandlung
"See aus Asche" wurde von Roland Schimmelpfennig geschrieben, einem der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Ein Aspekt des knapp dreistündigen Stücks werde Gewalt und massive Misshandlung, hatte der Autor gesagt.
"Es geht etwa um übergriffige Männer, die glauben, sie könnten sich etwas nehmen, wie es ihnen passt, ohne dass sie es dürfen oder können." Intendant Hofmann zufolge zeigt das Stück "das ganze Panorama der jetzigen Zeit". Es sei "eine sehr relevante Inszenierung".
Nibelungenfestspiele 2025 in Worms Schauspieler Wolfram Koch: Hagen ist eine echte "Drecksau"
Am 11. Juli ist Premiere bei den Nibelungenfestspielen. Vorab haben wir mit Schauspieler Wolfram Koch über seine Rolle als Hagen gesprochen.
Premiere der Nibelungen-Festspiele am 11. Juli
Die Premiere der diesjähringen Festspiele findet am 11. Juli auf der Freilichtbühne vor dem Kaiserdom in Worms statt. Die letzte Vorstellung ist am 27. Juli.
Das Bühnenbild wird in diesem Jahr eine Art Grube mit Kies aus dem Rhein sowie eine Wasserfläche und weißen Plastikstühlen sein. Die Tickets für die Tribüne mit etwa 1.400 Plätzen kosten zwischen 29 und 139 Euro.