Wolfram Koch und seine Rolle als Hagen
SWR1: Sind Sie schon in der Rolle drin?
Wolfram Koch: Also ich weiß, was das für eine fiktive Figur das ist. Aber wie diese Figur sein kann? Ich hoffe, einfach nicht langweilig. Das ist, glaube ich, mein Hauptbestreben – langweilig für mich und nicht langweilig für die Zuschauer.
Hagen – Intriganter Politiker und "Drecksau"
SWR1: Hagen ist bei der Nibelungensage der Strippenzieher im Hintergrund. Also auch so ein bisschen intrigant. Ist er in diesem Stück "See aus Asche" wieder so ein intriganter Typ?
Koch: Ja, kann man sagen. Die eine Seite sagt, er macht einfach Politik und benutzt halt Mittel, um die Politik durchzusetzen. Die andere Seite könnte sagen, das ist – auf gut Deutsch – eine kleine "Drecksau", die seine kleinen Intrigen für jemand anderes, vielleicht auch nur für sich, spinnt. Das weiß ich noch nicht, was da vielleicht rauskommt.
Mich interessiert am Theater, egal welche Rolle man spielt – und ich habe viele gespielt –, die Widersprüchlichkeit. Sobald man sagt, "Das ist der Böse, der hat die Farbe Schwarz", und das geht so durch, finde ich es uninteressant.
Sobald man sagt, "Oh, der ist ja eigentlich ganz nett", und in der nächsten Sekunde ist er wirklich ein Mörder oder legt alle Leute rein. Dann fragt man sich, woher kommt das, was treibt ihn an? Das ist das, was mich antreibt.
"See aus Asche" Nibelungen-Festspiele: Jasmin Tabatabai über ihre Doppelrolle
Jasmin Tabatabai spielt bei den Nibelungen-Festspielen in Worms die Doppelrolle der Brunhild und des Drachen. Sie spricht über ihre Vorfreude und die Bedeutung der Rollen im Stück.
SWR1: Alleine, wie Sie diesen Hagen und Ihre Rolle beschreiben, ist schon so spannend zuzuhören. Und ich hab es besonders sehr gemocht und gefeiert, wie Sie "Drecksau" gesagt haben.
Koch: (lacht) Sehen Sie, da war ich schon ein bisschen drin.
Wolfram Kochs Vorfreude auf die Festspiele
SWR1: Worauf freuen Sie sich am allermeisten, wenn Sie in Worms bei den Nibelungenfestspielen mit dabei sein werden?
Koch: Auf diesen Original-Ort, vor den ganzen Leuten zu spielen. Das hat vielleicht auch was von einem großen Rockkonzert.
SWR1: Wenn das Wetter hin und wieder ordentlich Regen dazu gießt, kann das auch eine ganz schön herausfordernde Angelegenheit werden, oder?
Koch: Ja, das ist doch schön. Da ist doch richtig Dramatik in der Bude, wenn's dann richtig stürmt, schneit und gewittert. Das braucht man nicht, aber das ist doch toll, wenn die Natur mitmacht. Sie spielt dann mit und im Theater sagen wir, die Götter spielen auch mit.
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