Die Polizei Koblenz teilte mit, dass gegen 19 Uhr im Koblenzer Stadtteil Güls ein heller Himmelskörper in das Dach eines Wohnhauses eingeschlagen sei.
Fußballgroßes Loch im Schlafzimmerdach
Folge sei ein fußballgroßes Loch gewesen. Verletzt wurde laut Polizei niemand, da sich die anwesenden Personen zu dem Zeitpunkt in einem anderen Raum des Hauses befunden hätten. Auf dem Boden befanden sich Gesteinsbrocken, Sand und Staub. Nach SWR-Informationen handelt es sich bei dem betroffenen Raum um das Schlafzimmer. Der Meteorit beschädigte dort Fliesen auf dem Fußboden.
Koblenzer Anwohner berichtet vom Meteoriten-Einschlag
Ingo Beller war in Koblenz mit dem Fahrrad unterwegs, als er ein zischendes Geräusch wahrnahm, und einen Knall. "Wie ein Autozusammenstoß, und ich habe um mich geschaut, aber nichts gesehen."
Elf Gesteinsteile gefunden - keine aktive Suche mehr
Inzwischen sind insgesamt elf Gesteinsteile gefunden worden. Neben dem größten Stein, etwa so groß wie ein Tennisball, seien noch zehn weitere Fragmente in und am Wohnanwesen entdeckt worden, teilte die Polizei in Koblenz mit. Sie hätten ein Gewicht von 6 bis 161 Gramm. "Laienhaft betrachtet handelt es sich um Gestein", teilte die Polizei mit. Eine genauere Einordnung könne nur durch einen Sachverständigen erfolgen. Bislang sei nur der Schaden an dem Wohnhaus im Koblenzer Stadtteil Güls bekannt. Die Polizei teilte mit, sie suche nicht aktiv nach weiteren Gesteinteilen.
Polizei: "Unzählige Anrufe von überall"
Ab dem späten Nachmittag waren bei der Polizei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zahlreiche Anrufe wegen eines mysteriösen Himmelsphänomens eingegangen. "Wir haben unzählige Anrufe von überall", sagte ein Polizeisprecher in Mainz auf SWR-Anfrage. Beschrieben wurde die Erscheinung als "heller Lichtblitz" oder "Feuerball".
Auch in der Westpfalz viele Anrufe wegen Himmelskörper
Auch das Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern berichtete von Notrufen, in denen Menschen von einem hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein beziehungsweise einem Feuerblitz am Himmel berichteten. In Baden-Württemberg wurde die Erscheinung ebenfalls am Himmel gesehen.
Ich habe etwas in einem Affentempo fliegen gesehen, das war bestimmt viermal schneller als ein Düsenjet.
Giuliano Krienen stand gerade in seiner Werkstatt in Kenn im Kreis Trier-Saarburg, als er verschiedene Blitze am Himmel sieht: "Ich habe etwas in einem Affentempo fliegen gesehen, das war bestimmt viermal schneller als ein Düsenjet", erzählt er im SWR-Interview. Drei bis vier Minuten danach habe es dann geknallt. Guiliano hat so wie viele andere die Polizei informiert. "Da kam ich aber erstmal bestimmt zehn Minuten nicht durch", berichtet er.
Raketeneinschlag wurde ausgeschlossen
Die Polizei hatte einen Raketeneinschlag schnell ausgeschlossen. Ein sicherheitsrelevantes Ereignis gebe es nicht, hieß es nach Rücksprache mit der Airbase Spangdahlem. Auch der Deutsche Wetterdienst ging bald von einem Meteoriteneinschlag aus. In Koblenz konnte die Feuerwehr eine Gefährdung durch chemische oder radioaktive Substanzen ausschließen - sie hat die kleinen Himmelskörper untersucht und konnte nichts feststellen und Entwarnung geben.
Wissenschaftler haben Flugbahn des Himmelskörpers berechnet
Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben inzwischen die Flugbahn des Himmelskörpers berechnet. Ihre Ergebnisse sollen dabei helfen, weitere Fragmente des Meteoriten zu finden, die wissenschaftlich wertvoll sein können.
Die Bruchstücke können nach Angaben der Karlsruher Forscher etwa wichtige Informationen über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems liefern. Der Himmelskörper kam ersten Analysen nach aus dem Westen und flog zunächst über Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Eifel und schließlich auf Koblenz zu, wo er am Sonntagabend kurz vor 19 Uhr einschlug.
Beim Eintritt in die Atmosphäre habe der Meteorit eine Druckwelle erzeugt. Die dadurch ausgelösten Schallwellen seien von Erdbebenmessstationen in der Eifel erfasst worden.