Eine hell leuchtende Feuerkugel am Himmel hat am Sonntagabend viele Menschen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in Atem gehalten. Auslöser für das Leuchten war ein Meteoroid, der in die Erdatmosphäre eingetreten ist. Dabei ist er in viele kleine Teile zerfallen, sogenannte Meteoriten.
KIT-Forschende berechnen Flugkurve des Meteoroiden
Der Meteoroid sei dabei aus westlicher Richtung gekommen und habe zunächst Luxemburg überflogen, teilte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit. Die Fragmente seien dann um etwa 19 Uhr in der Region Koblenz in Rheinland-Pfalz niedergegangen. Teile des Meteoroiden haben dabei ein Hausdach durchschlagen. Verletzt wurde niemand.
Die Forschenden haben die Flugbahn über Daten von Erdbebenmessstationen in der Eifel berechnet. "Empfindliche Seismometer können diese schwachen Schallwellen registrieren", sagte KIT-Geophysiker Dario Eickhoff. Die Ankunftszeiten an den verschiedenen Stationen ermöglichen die Berechnung der Flugbahn. Wenn sich diese schnell bestimmen lasse, erhöhe das die Chance, Meteoritenfragmente zu finden. "Diese Proben liefern wichtige Informationen über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems."
Beobachtet werden konnte die Feuerkugel nicht nur in weiten Teilen Deutschlands, sondern auch in den Niederlanden, in Belgien, der Schweiz und in Frankreich.
Wie gefährlich sind Meteoriten?
Auch die stellvertretende Leiterin des Heidelberger Hauses der Astronomie, Carolin Liefke, hat das Himmelsphänomen beobachtet. Das sei "ein schönes Lichtspektakel" gewesen. Man habe ihn über mehrere Sekunden hinweg beobachten können, sagte sie. An sich seien die Teile aber vollkommen ungefährlich, so Liefke. Es handele sich vereinfacht gesagt um ganz normale Steine - die aus dem Weltall kommen.
In Baden-Württemberg war der Feuerball am Himmel ebenfalls zu sehen, wenngleich er Fachleuten zufolge nicht direkt über Baden-Württemberg geflogen sei. In der Nacht gingen zahlreiche Anrufe zu dem mysteriösen Leuchtschein bei den Polizeipräsidien Mannheim, Heilbronn und Karlsruhe ein. Auch in Südbaden sei er Augenzeugen zufolge zu sehen gewesen.
Meteoriteneinschlag: Seltenes Phänomen
Wie kommt es zu dem Himmelsphänomen? Trifft ein Meteoroid aus dem All auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man Meteoriten. Sie stammen nach Angaben von Experten meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems.
Meteoriteneinschläge auf der Erde sind sehr selten. In Deutschland fielen im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten zu Boden. Das größte Fragment war ein rund 3,7 Kilogramm schwerer Brocken, der von Wissenschaftlern untersucht und später ausgestellt wurde. Er galt damals als der schwerste gefundene Meteorit seit rund 100 Jahren in Deutschland.