Thierry Monter ist extra aus Thionville in Frankreich angereist. "Ich habe abends von dem Meteoriteneinschlag in Koblenz erfahren und habe mich sofort ins Auto gesetzt", sagt er. Schon nachts um 2 Uhr ist er im Stadtteil Güls und sucht vor dem Haus, dessen Dach von dem Meteoriten durchschlagen wurde, nach Spuren aus dem Weltall. Erstmal aber ohne Erfolg.
Meteorit über Rheinland-Pfalz Wertvoll oder nicht? So viel kann ein Stück Meteorit wert sein
Stefan Decker leitet das Meteoritenmuseum Oberwesel. Er erklärt uns, wovon der Wert eines Meteoriten abhängt. Und: Was man mit einem Meteoritenstück möglichst nicht machen sollte.
Seit zehn Jahren sei er Meteoriten-Jäger, erzählt er am Morgen danach. Reist zu Einschlagsorten auf der ganzen Welt, um nach den wertvollen Fragmenten zu suchen. Die stelle er dann der Wissenschaft zur Verfügung, sagt Monter. Einen Teil behält er aber auch für seine eigene Sammlung. Er stehe mit vielen Wissenschaftlern im Austausch, sagt Monter.
Meteoriten-Material hochinteressant für die Wissenschaft
Wie zur Bestätigung begrüßt er in dem Moment Dennis Harries, Geowissenschaftler und Planetologe, der am European Space Resources Innovation Center in Luxemburg forscht. Auch er ist extra nach Koblenz gekommen. "Es ist ein einmaliges Ereignis, dass nur sehr, sehr wenige Male in einem Jahrzehnt stattfindet und da zählt auch jede Stunde und jeder Tag, der vergeht. Da sind sicherlich noch mehrere Stücke hier in der Umgebung gefallen." Das Material sei wissenschaftlich hoch interessant, weil es viele Informationen über die Entstehung des Sonnensystems liefere.
Doch um hier in Güls Fragmente des Koblenzer Meteoriten zu finden, müssten sie ins Haus. Die Bewohner scheinen aber nicht da zu sein. Die beiden Meteoriten-Fans klingeln vergeblich. Dann die erhoffte Chance: Sie dürfen aufs Nachbargrundstück. Vom dortigen Hinterhof sieht man das Einschlagsloch im Dach und - für die beiden viel interessanter - auf dem Hof liegen kleine Steinchen.
Meteoritenjäger finden Fragmente im Nachbarhof
Sowohl Monter als auch Harries sind sich sicher, das sind Kleinstfragmente des Meteoriten, die beim Einschlag abgeplatzt und in den Hof geflogen sind. Erkennbar sei das an der schwarzen Kruste an einigen der ansonsten weißen Steinchen, sagt Harries. Diese Kruste entstehe durch den schnellen Flug durch die Atmosphäre und die Hitze, die dadurch entstehe. "Das heißt die äußeren Schichten dieses Meteorits schmelzen im Flug weg und die Fragmente werden von einer schwarzen Glaskruste umhüllt."
Akribisch suchen sie Zentimeter für Zentimeter des Innenhofs ab. Am Ende haben sie viele der kleinen Steinchen gefunden. "Ich hatte keine Zeit, sie zu wiegen oder irgendetwas zu überprüfen, aber ich habe vielleicht zwanzig Gramm", sagt Monter. Das sei wirklich sehr wenig, aber das mache nichts. "Es sind die ersten Meteoritenfragmente, die ich in Deutschland gefunden habe, das ist ein unglaubliches Gefühl", sagt er. Damit habe sich die Reise schon jetzt gelohnt. Etwa zwei Wochen will er noch weiter suchen und hofft, noch weitere Bruchstücke aus dem All zu finden.