Das hier ist die Brown Box aus dem Ende der 60er Jahre, von Ralf Beer und seinem Team gebaut.
Matthias Oborski, Ausstellungsleiter des Computerspielmuseums in Berlin, zeigt den Prototyp der allerersten Videospielmaschine - also quasi die erste Videospielkonsole der Welt. 1972 wurde aus dem Prototypen Brown Box die Magnavox Odyssey. Für 100 Dollar konnte man erstmals eine Konsole kaufen und an den heimischen Fernseher anschließen. Das Spielprinzip war noch recht schlicht.
Pirmasenser Ralph Baer erfindet quasi erste Spielkonsole
Aber im Prinzip war es immer ein Punkt oder zwei Punkte auf dem Bildschirm, die sich irgendwie bewegt haben oder die man selber bewegen konnte. Das war es im Prinzip.
Ein simples aber geniales Konzept. Doch Fernseher waren damals immer noch ein Luxusgut. Nur wenige besaßen einen. Münzautomaten waren dagegen in Spielhallen für alle verfügbar. Das denkt sich auch der Atari-Gründer, als er Baers Erfindung das erste Mal sieht, und baut sein eigenes Gerät, ein Spielautomat namens Pong.
Das ist der große Konkurrent. Das ist unser Pong-Nachbau. Das ist nicht der originale Pong-Automat, aber einer, der originalgetreu nachgebaut wurde.
Atari habe Baers Idee letztlich genommen und dann mit diesem Automaten sehr viel Geld verdient. Der eigentliche Erfinder Ralph Baer aus Pirmasens habe davon nicht profitiert und sei deswegen wahrscheinlich ein bisschen geknickt gewesen, erzählt Oborski.
Baer musste vor den Nazis in die USA fliehen
Erst sehr viel später bekommt Baer die Anerkennung für seine Erfindung, auch in Deutschland. 1938 war er vor den Nazis in die USA geflohen und wollte eigentlich nicht zurückkehren, solange er noch Deutsche seiner Generation treffen könnte. 2006 ändert er seine Meinung, wird Schirmherr des Computerspielemuseums in Berlin, besucht Köln und seine Heimatstadt Pirmasens.
Jetzt hat er einfach gesehen, dass die neuen Generationen schon freundlicher sind. Und was ihn besonders bewegt hat, ist, dass er in Köln vom Bürgermeister empfangen wurde.
Oborski meint, dass auch der Bürgermeister in Pirmasens ihm damals Anerkennung gezollt und ihn empfangen hat. Baer sei auch in seiner Heimat Deutschland als jemand gesehen worden, der bestimmte Leistungen erbracht habe, letztlich für die ganze Welt.
Baer erfindet noch im hohen Alter technische Spielgeräte
Baer bleibt bis an sein Lebensende Erfinder. Egal, ob technische Spielgeräte oder MP3-Player in Teddybären. Hauptsache nicht langweilig. Baer habe nicht erfunden, um ständig neue Produkte auf den Markt zu bringen, sagt Oborski, sondern weil es sein Lebensinhalt gewesen sei.
Baer stirbt am Nikolaustag 2014 in im Alter von 92 Jahren in den USA. Seine Erfindung lebt aber wahrscheinlich ewig.