Förster Andreas Schäfer sackt aktuell mit seinen Gummistiefeln abseits der geschotterten Wege im Wald bei Hachenburg im Westerwaldkreis noch ganz schön ein. Der Boden ist nass und matschig. In schmalen Gräben neben den offiziellen Wegen plätschert das Wasser. In kleinen und größeren Mulden entlang der Wege hat sich viel Regen- und Tauwasser gesammelt.
Wald bei Hachenburg ist für Frühling gut gerüstet
Ein Anblick, der Förster Schäfer freut. Denn es zeigt, dass das Waldgebiet am Nauberg bei Hachenburg aktuell gut darauf vorbereitet ist, wenn es frühlingshafter und damit auch trockener wird. Ende des Jahres sei das noch nicht abzusehen gewesen: "Da war hier alles trocken, weil der November und Dezember so trocken waren. Im Januar und Februar kam dann doch genug Schnee und Regen. Deshalb starten wir jetzt gut in den Frühling."
Wasser soll im Wald gehalten werden
Schäfer freut sich auch darüber, dass viele kleinere Maßnahmen, die Niederschläge zu speichern, jetzt Erfolge zeigen. Die vielen Mulden und Becken entlang der Forstwege wurden vor zwei Jahren ausgehoben. Dass sie jetzt gut gefüllt sind, sei vor allem für Amphibien gut, so Schäfer: "Selbst im Frühjahr, wenn es längere Zeit trocken ist, ist in den Mulden noch soviel Wasser vorhanden, dass Amphibien hier laichen und Wasserinsekten leben können."
Ideen um Regenwasser im Wald zu halten Trockene Wälder: Was Förster im Westerwald dagegen tun
Bei Starkregen fließt viel Wasser aus den Wäldern ab, was dort benötigt wird. Förster aus Hachenburg entwickeln Ideen, wie sie das Wasser dort halten und speichern können.
Vom Regen profitiert auch der Pfälzerwald
Die kalten, regnerischen Tage der vergangenen Wochen haben auch dem Pfälzerwald gutgetan. So konnten die Bäume und Pflanzen im Wald vor allem genügend Wasser aufnehmen, auch wenn es regional Unterschiede gibt.
"Auf der Westseite des Pfälzerwaldes, Richtung Pirmasens, gibt es tendenziell mehr Niederschläge, weil die Hauptniederschläge aus Westen und Südwesten kommen und sich dann etwas stauen. Richtung Rheinebene fallen tendenziell weniger Niederschläge", sagt Florian Kemkes. Er ist Leiter des Forstamtes Westrich mit Sitz in Pirmasens.
Pfälzerwald kann sich auf dem Wasser-Polster nicht ausruhen
Allerdings ist der Pfälzerwald überwiegend durch Sandsteinböden gekennzeichnet und das birgt Probleme. "Sandböden haben sehr große Poren. Das Wasser kann dann schnell durch die Schichten sickern. So kann es schlecht im Wald gehalten werden", erklärt Kemkes.
Daher gehe es jetzt darum, das Regenwasser durch geeignete Baumaßnahmen im Wald zu halten. Ähnlich wie im Westerwald werden auch im Pfälzerwald Mulden und Becken an den Forstwegen gegraben. Außerdem sollen versiegelte Flächen im Pfälzerwald weiter entsiegelt werden.
Denn Wasser brauchen die Pflanzen und Bäume nicht nur, um zu wachsen. Wenn sie davon genug haben, können sie sich auch besser vor Schädlingen wie dem Borkenkäfer schützen. "Insbesondere Fichten können ihren Abwehrmechanismus über das Wasser regeln. Fichten versuchen, den Borkenkäfer mit Harz zu verkleben. Fehlt aber das Wasser, hat es der Borkenkäfer leichter", sagt Kemkes.
Wälder in Rheinland-Pfalz brauchen weiter Wasser
Mit dem Winter sind die Förster aus Rheinland-Pfalz soweit zufrieden. Trotzdem sei es wichtig, dass es auch im Frühjahr und im Sommer immer mal regne, sagt Förster Andreas Schäfer aus Hachenburg im Westerwaldkreis: "Aber keine extremen Niederschläge, sondern ein gemäßigter Landregen."