Schützenswerte Wiesen bereits umgepflügt

Umweltschützer verzichten auf weitere Klage gegen Frasers-Ansiedlung in Bitburg

Umweltschützer des BUND wollen nicht mehr gegen die Ansiedlung des Sportartikelhändlers Frasers in Bitburg vorgehen. Die Wiesen, die sie schützen wollten, gebe es nicht mehr.

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Von Autor/in Christian Altmayer

Jahrelang haben Umweltschützer vom BUND um die Magerwiesen auf dem Flugplatz Bitburg gekämpft. Doch nach ihrer Auffassung brauchte es nun nur wenige Tage, um sie zu zerstören.

Noch am selben Tag, an dem das Oberverwaltungsgericht Koblenz seine Entscheidung in dem Rechtsstreit verkündete, furchte sich laut BUND bereits ein Pflug durch das Gelände, damit dort das Europäische Hauptquartier des britischen Sportartikelhändlers Frasers Group entstehen kann.

So soll das geplante Logistikzentrum der Frasers Group in Bitburg einmal aussehen.
So soll das geplante Logistikzentrum der Frasers Group in Bitburg einmal aussehen.

Sabine Yacoub, die Landesvorsitzende des BUND sieht keine Chance mehr, auf dem Flugplatz etwas für den Naturschutz zu tun. Der Lebensraum für seltene Vögel, für den sich die Umweltschützer eingesetzt hatten, sei zerstört. Weiter rechtlich gegen das Millionenprojekt vorzugehen, ergebe keinen Sinn mehr: "Das Ergebnis ist für uns sehr bitter, da sehr viel ehrenamtliches Engagement in den Schutz dieser wertvollen Wiesen geflossen ist."

Bauarbeiten mussten nur bis zum Prozess ruhen

Den Kreisbeigeordneten Michael Ludwig (CDU) freut die Entscheidung der Umweltschützer. Es könne endlich losgehen mit den Bauarbeiten - vier Jahre nachdem die Frasers Group das Gelände gekauft hatte. "Die Klage des BUND hat das Projekt lange genug auf Eis gelegt", so Ludwig. Zwei Prozesse mussten die Planer abwarten - erst verloren die Umweltschützer vor dem Verwaltungsgericht Trier und dann bei der nächsthöheren Instanz in Koblenz.

Der Bitburger Landtagsabgeordnete Michael Ludwig (CDU) ist froh, dass es auf dem Flugplatz Bitburg jetzt endlich mit den Bauarbeiten losgehen kann.
Der Bitburger Landtagsabgeordnete Michael Ludwig (CDU) ist froh, dass es auf dem Flugplatz Bitburg jetzt endlich mit den Bauarbeiten losgehen kann. Christian Altmayer

Dass die Wiesen direkt nach der Verhandlung am Oberverwaltungsgericht umgepflügt wurden, sei so vereinbart gewesen, sagt Ludwig. Der Kreis habe zugesagt, dass die Bagger bis zum Prozess ruhen würden. Als die Richter die Berufung der Umweltschützer abwiesen, durfte es losgehen. "Die Umweltschützer haben nicht beantragt, dass wir die Bauarbeiten weiter aussetzen. Entweder wollten sie nicht mehr oder sie haben das einfach verpennt. Worauf hätten wir also noch warten sollen?"

Das Urteil aus Koblenz ist seit gestern rechtskräftig. Davor hätte der BUND theoretisch noch eine Nichtzulassungsbeschwerde einreichen können - mit dem Ziel, dass der Bundesgerichtshof die Klage der Umweltschützer doch noch zulässt. "Wir haben uns nach eingehender Prüfung aber gegen den weiteren Rechtsweg entschieden. Auch wenn unser Anwalt durchaus rechtliche Ansatzpunkte gesehen hat", sagt Sabine Yacoub vom BUND.

Frasers will 800 Arbeitsplätze schaffen

Derzeit werde nun das Gelände für die Ansiedlung der britischen Firma vorbereitet. "Maurer werden wir dieses Jahr zwar noch keine sehen", so Ludwig. Er glaube aber, dass schon bald die Gebäude folgen werden.

Die Frasers Group plant auf dem Flugplatz 350 Millionen Euro zu investieren und mindestens 800 Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Projekt dieser Größenordnung gab es in Bitburg noch nie, meint Ludwig: "Das Projekt ist unglaublich wichtig für die Region und ich bin froh, dass es jetzt endlich losgehen kann."

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