Feuer in Ostbelgien

Wie Naturschützer Bränden wie im Hohen Venn vorbeugen wollen

Immer noch ziehen Rauchschwaden aus dem Hohen Venn bis nach Rheinland-Pfalz. Der Naturschutzbund und die Stiftung für Natur und Umwelt fordern, Wälder und Moore besser zu schützen.

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Von Autor/in Dunja von Morzé

Das Feuer im Hohen Venn schwelt weiter. Der Naturschutzbund in Deutschland (NABU) findet derweil klare Worte dazu. Er spricht davon, dass solche trockengelegten Moore zu regelrechten Brandherden werden, die kaum zu kontrollieren sind. Vorsorgen könne man, indem man Moore wieder vernässt.

Trockene Torfschicht als Brennstoff

Davon gehen auch Mitarbeiter der Stiftung für Natur und Umwelt in Rheinland-Pfalz aus. Leonie Hebermehl ist dort zuständig für Projekte, um Moore in Rheinland-Pfalz wieder zu vernässen. Denn wenn ein Moor erst einmal brennt, sei es sehr schwer zu löschen, sagt sie.

Die Torfschichten seien im Prinzip organische Ablagerungen. Teilweise gingen diese metertief. "Wenn diese Torfschicht durchgetrocknet ist, dann gibt es Brennstoff ohne Ende", so Hebermehl.

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Dieser Brand könne dann auch in die tieferen Moorschichten ziehen und unten weiter schwelen und sich dann auch erneut entzünden, sodass es wirklich Monate dauern kann, bis das Feuer erlischt.

Schwieriges Löschen der Moorlandschaft

Um den Brand in Belgien zu löschen, wird das ausgetrocknete Moor mit Wasser besprengt und durchnässt. Dabei spielt sich nach Ansicht von Leonie Hebermehl eine ökologische Tragödie ab. Akut müsse natürlich der brennende Torf gelöscht werden. Das habe Vorrang.

Das Löschwasser trage aber nicht etwa zur Wiedervernässung bei, sondern nur zur Brandbekämpfung. Eine Vernässung des Moores könnten nur langfristig angelegte Schritte bewirken.

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Beispielsweise müssten dafür Entwässerungsgräben verschlosssen werden, damit Regenwasser in Zukunft wieder im Moor bleiben kann und sich ein gesunder Moorwasserstand einstellen kann.

Es kann nach einer Wiedervernässung noch Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis ein Moor wieder wie ein Schwamm seine natürlichen Wasserbedingungen erhalten und selbst regulieren kann. Vor allem nach einer solchen Brandkatastrophe, die die Torfschicht nachhaltig zerstört.

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Moore wurden intensiv entwässert

Die Expertin ist der Ansicht, dass viele Menschen schon lange wussten, dass unsere Landschaft viel zu trocken ist. Denn vor 150 bis 200 Jahren habe man die Moore intensiv entwässert. Die Tendenz war, Wasser ganz schnell aus der Moorlandschaft herauszukriegen, um sie kommerziell nutzen zu können. Das erweise sich aber heutzutage in Zeiten des Klimawandels als Gefahrenquelle.

Mitarbeiter der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz arbeiten mit Forstämtern zusammen, um Moore besser zu schützen wie hier in der Schneifel bei Prüm.
Mitarbeiter der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz arbeiten mit Forstämtern zusammen, um Moore besser zu schützen wie hier in der Schneifel bei Prüm. Stiftung Natur und Umwelt RLP

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Die Stiftung für Natur und Umwelt geht davon aus, dass in Deutschland etwa 90 bis 95 Prozent aller Moorgebiete entweder schon völlig zerstört wurden oder extrem geschädigt sind. Und Rheinland-Pfalz bilde da keine Ausnahme.

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Trockengelegte Moore wieder vernässen

In Rheinland-Pfalz gebe es zum Glück seit 2023 ein Moorschutzprogramm, so Hebermehl. Die Moore würden teils wieder vernässt. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Klimaresilienz. Aber man müsse in diesem Kontext auch die Wälder betrachten und die Flüsse und die naturnahen Auen. Alle diese Elemente spielten zusammen. In Summe müsse der Mensch die Landschaft wieder klimaresilient machen.

Der Naturschutzbund NABU sieht das ähnlich: "Die Brände im Hohen Venn und im Hürtgenwald machen sichtbar, was passiert, wenn Landschaften austrocknen." Ob trockene Moore oder Wälder - die wertvollen Lebensräume müssten geschützt werden und es müsse dafür gesorgt werden, dass sie ihre Funktion als Wasserspeicher wieder erfüllen können.

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