Schuften für den Naturschutz: Eine Woche lang sind freiwillige Helfer vom "Bergwaldprojekt" im Krempertsbruch bei Deuselbach im Einsatz. Sie wollen das trockengelegte Hangmoor wieder vernässen, indem sie alte Entwässerungsgräben verschließen.
Früher gab es hier viele Hangmoore, die im Hunsrück "Brücher" genannt werden. Bis diese ab Mitte des 19. Jahrhundert trockengelegt wurden, für land- oder forstwirtschaftliche Nutzung.
Warum sind Moore schützenswert?
Moore sind wichtige Wasserspeicher, Torfmoose können ein Vielfaches ihres Gewichtes an Wasser speichern: Bei Starkregen halten Moore das Wasser zurück und geben es dann – auch bei Dürre – langsam an die abführenden Bäche weiter. Auch ökologisch sind sie wertvoll, hier wachsen seltene Pflanzen wie Sonnentau, Moosbeere und Moorbirke, auch Tiere wie Libellen, Frösche und Kröten finden einen Lebensraum. Doch Moore speichern nicht nur Wasser, sondern auch CO-2. Aber nur solange das Wasser die Zersetzung abgestorbener Torfmoose verhindert. Ein trockengelegtes Moor setzt jede Menge klimaschädliches Kohlendioxid frei.
Wie viele Moore gibt es in Rheinland-Pfalz?
Auf rund 7000 Hektar wird die Fläche der rheinland-pfälzischen Moore geschätzt, sie liegen vor allem in Hunsrück, Eifel, Pfälzer- und Westerwald. Viele davon wurden bereits trockengelegt und sind deshalb nicht erfasst. Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ist gerade dabei, ein Moorkataster zu erstellen, dabei werden auch Flächen ausgemacht, die wieder vernässt werden können. Für den Schutz der Moore gibt die Landesregierung rund 500.000 Euro im Jahr aus, denn Moorschutz ist aktiver Klimaschutz.
Wie werden Moore geschützt?
Die Stiftung Natur und Umwelt koordiniert mit ihrem Moorschutzprogramm im ganzen Land Renaturierungs-Arbeiten. Sie arbeitet dabei mit Förstern und Waldbesitzern zusammen oder mit Freiwilligen-Organisationen wie dem „Bergwaldprojekt“. Die 17 Freiwilligen sind aus ganz Deutschland in den Hunsrück gereist, um hier eine Woche zu leben und zu arbeiten. Für die meisten ist es ungewohnte Knochenarbeit, doch alle haben Spaß an der gemeinschaftlichen Arbeit und das Gefühl, etwas äußerst Sinnvolles zu tun. Die Natur braucht allerdings viel Zeit zum Regenerieren. Torfmoos wächst extrem langsam – nur einen Millimeter pro Jahr. Wenn früher in Mooren Torf abgestochen wurde, war es das Ergebnis von Hunderten Jahren Wachstum.
Warum werden Moore renaturiert? · Frage trifft Antwort
Moorlandschaften sind wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt und den Klimaschutz. Viele Moore wurden zugunsten der Holzwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten trockengelegt. Heute weiß man um die Bedeutung der Moore als Wasser- und CO2-Speicher und versucht die einstigen Moorlandschaften aufwändig zu renaturieren.