Auf der Mosel liegt derzeit ein grüner Teppich. Wer in Traben-Trarbach am Flussufer entlang spaziert, kann Schlieren und Blasen im Wasser sehen. Für die als Blaualgen bekannten Cyanobakterien sind es derzeit perfekte Bedingungen. Es hat lange nicht geregnet und das Wasser hat sich extrem aufgeheizt.
"Bei weiter zunehmenden Temperaturen wird sich die Situation noch zuspitzen", prognostiziert Joachim Knapp vom Landesumweltamt. Lange Regenperioden könnten das Blaualgenwachstum noch stoppen.
Tierärztin warnt: Hunde vom Wasser fern halten
Für die Traben-Trarbacher Tierärztin Daniela Mamic heißt das, dass bald jede Menge neue Patienten zu ihr in die Praxis kommen. In der Blaualgen-Saison behandelt sie im Schnitt jeden Tag ein bis zwei Hunde, die mit den Bakterien in Kontakt gekommen sind. Für die Vierbeiner sind die Blaualgen nämlich gefährlich. Wenn sie in der Mosel schwimmen oder das belastete Wasser trinken, können sie krank werden.
"Die Hunde leiden meistens unter Erbrechen und Durchfall", sagt Mamic: "Es können auch Hautprobleme auftreten, allergische Reaktion, und auch Krämpfe." Sogar Todesfälle seien bekanntgeworden - allerdings bislang nicht an der Mosel.
Touristen kennen Gefahren durch Blaualgen oft nicht
Die Einheimischen wissen mittlerweile über die Blaualgen Bescheid, die in den vergangenen Jahren immer häufiger auftauchten. "Viele Touristen, die die Mosel nicht so gut kennen, allerdings nicht", meint Mamic. Daher hat sie auch wieder eine Warnung in den sozialen Medien gepostet.
Auch Menschen sollten es übrigens vermeiden, mit den Blaualgen in Kontakt zu kommen. Denn auch sie können leichte Krankheitssymptome entwickeln. Vom Schwimmen in der Mosel raten Behörden zwar ohnehin ab. Wer beim Kanufahren oder Stand-Up-Paddeln ins Wasser fällt, sollte aber auch schnell duschen und die Badekleidung waschen, rät das Landesumweltamt.
Tote Fische an den Irreler Wasserfällen
Die Blaualgen auf der Mosel sind aber nur eine der Folgen von Hitze und Trockenheit. Kleinere Flüsse trocknen derzeit regelrecht aus. Und wenn der Wasserstand sinkt, wird es für Fische doppelt gefährlich: Das Wasser erwärmt sich schneller und der Sauerstoffgehalt geht zurück, sodass die Tiere ersticken.
An der Prüm bei Irrel ist es bereits zu einem Fischsterben gekommen, wie Pressesprecher Thomas Konder vom EIfelkreis Bitburg-Prüm sagt. In der Nähe der Irreler Wasserfälle hat Fischereiberater Marc Leinen Dutzende tote Bachforellen, Bachschmerlen und einen Döbel gefunden. Schuld daran seien aber nicht nur Sauerstoffmangel und Hitze, sondern auch der Mensch, meint Konder.
Privatleute pumpen illegal Wasser ab
Der Angelverein Holsthum habe an der Prüm immer wieder festgestellt, dass Privatleute Wasser aus dem Bach abgepumpt haben, um etwa ihre Gärten zu bewässern. Ohne Erlaubnis der Behörden ist das allerdings verboten. Der Kreis habe gegen mehrere Personen ein Bußgeld verhängt.
Zudem konnte die für größere Gewässer zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord an der Prüm gegensteuern. Damit in dem Fluss wieder mehr kühleres und sauerstoffhaltiges Wasser fließt, hatte sie die Schleusen am Bitburger Stausee geöffnet.
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Fischsterben auch in der Ruwer und der Lieser
An der Ruwer bei Kell haben Fachleute einen anderen Weg gewählt: Sie haben Fische aus den besonders niedrigen Stellen eingefangen und im weiteren Flussverlauf wieder eingesetzt, wo ein anderer Bach in die Ruwer fließt und der Wasserstand etwas höher ist.
Auch in der Ruwer sowie in weiteren kleineren Bächen und in einem Angelweiher sind nach Angaben der Kreisverwaltung Trier-Saarburg trotzdem Fische gestorben. Im Kreis Bernkastel-Wittlich, im Vulkaneifelkreis und im Kreis Cochem-Zell sei bisher noch kein Fischsterben aufgefallen, teilen die Kommunen mit. Sollten Hitze und Trockenheit sich fortsetzen, könnte das aber nur eine Frage der Zeit sein.