Der 30-jährige Gefangene Max (Name von der Redaktion geändert) schraubt einen Schubladenbeschlag an. Die setzt er dann in einen Schminktisch ein, der zu einem Bett gehört. Die Möbelstücke hat er über Wochen selbst gebaut.
"Wenn man das Endprodukt sieht, sagt man sich 'wow', man ist stolz auf sich", sagt Max. "Weil man vorher nie so mit Holz gearbeitet hat. Und ich mir vorher auch nie vorstellen konnte, dass aus einem Holzstamm so etwas entstehen kann."
Neben dem Bett hat der 30-Jährige - der nicht sagen möchte, wie lange er im Gefängnis bleiben muss - schon Möbel für Kindergärten und sogar einen Gerichtssaal gebaut.
Arbeit lenkt vom Gefängnisalltag ab
Doch es geht nicht nur darum, Produkte herzustellen. Die Arbeit in der Schreinerei ist für ihn auch mental wichtig. "Definitiv, man muss auch immer verstehen, wenn man eine längere Haftstrafe hat und nicht arbeiten kann, sitzt man hier auch mit sich selbst gefangen und weiß nichts mit sich anzufangen", sagt Max. "Und dann wird man auch ein bisschen blöd im Kopf. Und so arbeitet dein Kopf. Du musst immer rechnen, machen und tun."
Gefangene lernen in JVA Wittlich Tagesstruktur
Die Resozialisierung ist das Ziel, das in der Schreinerei verfolgt wird. Der Justizvollzugsbeamte Schönhofen beaufsichtigt die insgesamt elf Gefangenen, die in der Schreinerei arbeiten. Schönhofen ist ausgebildeter Schreiner und leitet die Arbeiten an. Sein Vertrauen in die Gefangenen ist groß und die Ziele klar, sagt Schönhofen.
"Das fängt an mit einem geregelten Tagesablauf, den viele schon nicht mehr kennen, wenn sie hier hinkommen", sagt der Justizvolzugsbeamte, der schon 19 Jahre in Wittlich arbeitet.
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"Sie müssen dann ja regelmäßig morgens aufstehen. Dann ganz banal sich morgens richtig anziehen. Dann kommen die hierher und müssen auch mal eine Zeit lang am Stück arbeiten und sich konzentrieren", sagt er.
Außerdem lernten die Gefangenen durch die Arbeit auch im Team zusammenzuarbeiten. Das sei für viele neu. Wenn die Gefangenen dann das fertige Produkt sehen und die Kunden dafür bezahlen, sind sie stolz und motiviert, sagt Schönhofen.
Pläne für Zeit nach der Haft
Erfahrungen, die auch Max schon gemacht hat. "Die Chefs geben uns auch viele Freiheiten. Die geben uns einen Auftrag. Und du machst dann deine Arbeit", sagt er. "Dann hast du auch mal den Knastalltag vergessen."
Natürlich, den Beruf weiter ausüben zu können. Das wäre mein Ziel.
Max hat im Gefängnis sogar schon eine Ausbildung zum Holzmechaniker gemacht. Für seine Zeit nach dem Gefängnis hat er entsprechende Pläne: "Natürlich, den Beruf weiter ausüben zu können. Eventuell mich selbstständig zu machen. Das wäre mein Ziel."