Im Gebäude des Theaters in Trier aus den sechziger Jahren bröckelt und bröselt es an vielen Stellen. Das Foyer hat Wasserschäden. Auch am Vorhang hat es schon in den Saal geregnet. Die Technik ist veraltet. Das Theater Trier muss dringend saniert werden.
Hohe Sanierungskosten sorgen für Zündstoff
Die Stadt Trier rechnet damit, dass die Sanierung mindestens 90 Millionen Euro kosten wird – unter anderem, weil die Baukosten so gestiegen sind. Die hohen Kosten sorgten schon in der Vergangenheit immer wieder für Kritik. Und das wurde am Dienstag im Stadtrat hitzig diskutiert.
Die FDP findet 90 Millionen Euro für die Generalsanierung zu teuer. FDP-Fraktionschef Tobias Schneider sagte, man müsse da in der Stadt darüber reden, wie und wo man Prioritäten setzt.
Trierer Theater soll vergrößert werden
Das Trierer Theater soll aber nicht nur saniert, sondern auch um einen Orchestersaal und ein neues Foyer erweitert werden. Die Freien Wähler im Trierer Stadtrat finden das übertrieben. Einen neuen Eingangsbereich, der sich in Richtung Stadtzentrum öffnet, halten sie für verzichtbar.
Sie fordern, dass die Kosten gedeckelt werden. Fraktionsvorsitzender Daniel Klingelmeier befürchtet, dass die Ausgaben sonst aus dem Ruder laufen. "Wir sind, auch wenn wir kurz vor Weihnachten sind, nicht bei "Wünsch' Dir was". Wir müssen der Finanzsituation ins Auge schauen." Das Theater habe über Jahrzehnte auch im alten Gebäude ohne Erweiterung eine gute Arbeit gemacht.
SPD-Kulturdezernent Markus Nöhl betont die Bedeutung des Theaters für die Stadt. Er resümiert, dass es sich niemand leicht in der Diskussion gemacht habe. Er halte das Ringen um die Entscheidung für richtig.
Pläne stellen Fraktionen vor Herausforderungen
Für die Grünen bleiben Fragen offen – und so stimmt die Fraktion nicht einheitlich ab. Fraktionsmitglied Anja Reinermann-Matatko kritisiert, dass die Stadtverwaltung immer wieder betone, wie transparent das Projekt Theater und Zusatzbauten sei. Sie sehe das aber nicht so.
Es heiße immer, die Ratsmitglieder könnten ja Fragen stellen. Gerade bei Finanzierungen sei es aber sehr schwierig, die richtigen Fragen zu formulieren.
Oberbürgermeister will Vorgehen erklären
Auch weitere Debatten rund um das Trierer Theater sind für die Stadt absehbar. Nach einem Zeitungsbericht des Trierischen Volksfreunds wurde für die Anmietung einer Halle mit Probebühnen in einem anderen Stadtteil der Stadtrat nicht gefragt - obwohl das hätte passieren müssen.
Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) verteidigt das Vorgehen. Auch wenn er einräumt, man könne kritisieren, dass erst im Februar 2026 darüber abgestimmt werden soll.
Theater weicht auf andere Spielstätte aus
Doch für das Theater, also das Haus am Augustinerhof ist nun nach vielen Jahren und Diskussionen der Sanierungsbeschluss gefasst: Es soll ab der nächsten Spielzeit runderneuert werden.
Der Spielbetrieb des Theaters Trier weicht so lange auf einen Neubau an der TUFA aus. Geplant ist, dass das Theater dann nach rund drei Jahren Bauzeit wieder an den Augustinerhof zurückkehrt.