Helfer aus Region Trier warnen

Hohe Spritpreise: Hilfstransporte in die Ukraine werden immer teurer

Ukraine-Hilfsorganisationen schlagen Alarm. Denn die Kosten für Lieferungen von Spenden ins Kriegsgebiet sind enorm gestiegen. Grund sind die hohen Kosten für Benzin und Diesel.

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Stand

Von Autor/in Dunja von Morzé

Markus Schlickat vom Hilfsverein MMS Humanitas aus der Eifel ist einigermaßen verzweifelt. Ihn erreichen viele Sachspenden für die Menschen in der Ukraine. Tonnenweise Hilfsgüter hat er mit seinem Team gesammelt und eingelagert. Schlickat könnte sofort einen Laster beladen und auf die Reise schicken. Doch die Transportkosten bereiten ihm Kopfschmerzen.

Eine Lkw-Fahrt hat nach seinen Angaben bis vor kurzem um die 3.000 Euro gekostet. Nun müsse er mit gut 4.700 Euro rechnen. Vor allem wegen der höheren Spritpreise, erzählt Schlickat. Erschwerend komme hinzu, dass die Geldspenden für die Hilfstransporte zurückgingen.

Weniger Hilfstransport in die Ukraine wegen Spritpreisen

Im vergangenen Jahr hatte er mit MMS Humanitas neun Hilfstransporte losgeschickt. In diesem Jahr sind es erst zwei. Eigentlich müssten zwei weitere schon unterwegs sein, das geht aber nicht, weil die Kosten nicht gedeckt sind.

Markus Schlickat von der Organisation MMS Humanitas würde gerne mehr Hilfsgüter in die Ukraine liefern. Aktuell bremsen ihn und seine Organisation die Spritpreise aus.
Markus Schlickat von der Organisation MMS Humanitas würde gerne mehr Hilfsgüter in die Ukraine liefern. Aktuell bremsen ihn und seine Organisation die Spritpreise aus. Markus Schlickat, MMS Humanitas

Fahrten in die Ostukraine immer gefährlicher

Der Trierer Matthäus Wanzek hat die gleichen Probleme. Zuletzt habe seine Organisation "Viele Hände für die Hoffnung" für einen 40-Tonner 4.800 Euro gezahlt, statt 3.500 Euro. Der Transport ging von Saarburg nach Charkiw in der Nordostukraine. Das sind gut 2.500 Kilometer. Was ihn neben den Spritpreisen aber auch umtreibe, sei die Sicherheitslage in Charkiw.

Matthäus Wanzek mit Helm und schusssicherer Weste im Sprinter
Matthäus Wanzek muss bei seinem Einsatz in der Ukraine einen Helm und eine schusssichere Weste tragen. Das Bild entstand bei einem Transport vor zwei Jahren.

Wanzek findet kaum noch Fahrer, die bereit sind, dorthin zu fahren. Bei ihrem letzten Einsatz sei der Transport in einen Angriff mit Shahed-Drohnen geraten. Nur mit Glück habe man den überstanden und sei körperlich unverletzt herausgekommen.

Straßen im Kriegsgebiet werden immer schlechter

Auch in der Ukraine selber sind die Treibstoffpreise deutlich gestiegen, so die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft. Das habe man bei einem der letzten Transporte zu spüren bekommen, sagte Sprecher Tobias Schneider. Die Organisation bringt regelmäßig Hilfsgüter nach Isjum, aber auch Musikinstrumente oder Fahrräder. Ein weiteres Problem seien die immer schlechteren Straßen in der Ukraine.

Anna Stetska und Tobias Schneider räumen Ukraine-Spenden in Säcke und Kisten.
Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft in Trier hat Spenden für einen Hilfstransport ins ukrainische Isjum gesammelt. Anna Stetska und Tobias Schneider sorgen dafür, dass alles ordentlich verpackt in der Ukraine ankommt.

Die Transporter würden dadurch immer schneller verschleißen, teilte die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft mit. Daher fallen immer wieder hohe Reparaturkosten für die Fahrzeuge an.

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