Mit großen Schritten geht Pater Albert Seul an der Wallfahrtskirche in Klausen vorbei. Der Pfarrer für die große Gemeinde im Salmtal im Kreis Bernkastel-Wittlich hat immer viel zu tun. Die Motorradwallfahrt ist trotzdem immer ein besonderer Termin, sagt Seul. Auch wenn das oft einige Vorbereitungen brauche, sagt er und lacht.
Zu Beginn nur ein paar hundert Biker
Seit 30 Jahren gibt es die Motorradwallfahrt. Heute ist das Jubiläum. Pater Albert Seul ist seit 15 Jahren dabei. Bei den ersten Wallfahrten kamen um die 400 Biker. Meist aus Klausen und Umgebung. Inzwischen kommen bei schönem Wetter bis zu 2.000 Motorradfahrer, um sich bei dem Gottesdienst unter freien Himmel segnen zu lassen.
Mehr als 60.000 Motorräder gesegnet
Nach dreißig Jahren kamen da einige zusammen. Laut dem Pater waren das seit der ersten Wallfahrt 1996 etwa 60.000 Motorräder samt Fahrerin oder Fahrer, die gesegnet wurden.
Gott ist keine Spaßbremse. Es ist ein Zeichen von moderner Kirche.
Verbraucht wurden laut Seul seitdem satte 2.500 Liter Weihwasser. Denn damit werde bei den Segnungen nicht gespart und alle würden gut nass. "Ein bisschen Gaudi darf dabei auch sein. Gott ist ja keine Spaßbremse. Und es ist ein Zeichen von moderner Kirche. Religion und Kirche dürfen Spaß machen."
Biker hatten Idee für Motorradwallfahrt in Klausen
Die Idee für eine Motorradwallfahrt kam von den Bikern selbst, erzählt Pater Albert. In den neunziger Jahren kamen Motorradfahrer auf den damaligen Priester zu. "Und sie hatten den Wunsch, das Motorrad gesegnet zu bekommen, um sicher durch die Saison zu fahren", so der Pater. Das ist bis heute so geblieben. Deshalb ist die Wallfahrt in Klausen auch immer am Beginn der Motorradsaison. Und viele kommen jedes Jahr.
Einer von ihnen ist Ralf Fritsche. Seit 20 Jahren kommt er zur Motorradwallfahrt nach Klausen. Er ist ein gläubiger Mensch, sagt er selbst über sich. "Die Wallfahrt ist für mich die Möglichkeit, mir den Segen Gottes zu holen, auf die Art, wie ich das möchte", sagt Fritsche. Die Veranstaltung habe für ihn etwas ganz eigenes Spirituelles, fügt er an.
Trierer Leiendecker Bloas zur Wallfahrt in Klausen
30 Jahre nach der erste Motorradwallfahrt ist sie inzwischen so populär, dass sie seit einiger Zeit auch in bekannten Reiseführern als Tipp zum Auftakt der Bikersaison empfohlen wird, erzählt Pater Albert Seul.
Heute werden allerdings nicht mehr nur Motorräder gesegnet. Inzwischen sind auch Autos, Fahrräder und andere Fahrzeuge wie Apes dabei. Willkommen sind natürlich immer alle, betont Seul.
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Für den Jubiläums-Gottesdienst am heutigen Sonntagmittag haben sich die Leiendecker Bloes aus Trier angekündigt, um Pater Albert musikalisch zu unterstützen. Dann muss nur noch das Wetter passen.