Das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr hatten bei der Wittlicher Firma LRT- Baudienstleistungen Spezialbohrer angefragt. Mit dem Spezialwerkzeug wollten die Helfer in der Nacht des 6. August 2024 den Weg durch die Hoteltrümmer zu den Verschütteten freilegen.
Der Firmeninhaber lieferte nicht nur die Geräte, sondern bot auch an, die Rettung der Hotelgäste mit seinen Mitarbeitern zu unterstützen. Das sie täglich mit den Geräten arbeiten, konnten sie schneller und präziser arbeiten als ursprünglich vorgesehen.
Unsere Monteure sind von der Polizei mit Blaulicht abgeholt und direkt nach Kröv gefahren worden.
Geschäftsführerin Sylvia Dahl erinnert sich noch genau an den Tag des Hoteleinsturzes von Kröv: "Auf einmal kam der Anruf, ob wir eine große Kernbohrung machen können", erzählt sie im Gespräch mit dem SWR. Ihre spontane Antwort: "Ja klar können wir das machen." Auf ihre Nachfrage, wann die Firma gebraucht werde, habe es nur geheißen: "Sofort. Es geht um Leben und Tod. Wir brauchen sofort jemanden."
"Unsere Monteure sind von der Polizei mit Blaulicht von ihren Baustellen abgeholt und direkt nach Kröv gefahren worden", sagt Dahl. "Dann ging für die Jungs die Arbeit los."
Belastender Einsatz in Kröv
Wie belastend der Einsatz für die Mitarbeiter gewesen war, habe sich im Nachhinein gezeigt. "Einer hat gesagt: Ich kann morgen nicht normal zur Arbeit kommen. Ich brauche einen Tag."
Wir sind sehr stolz. Für unsere Monteure ist diese Auszeichnung ein Highlight.
Umso größer sei die Freude über die Ehrung: "Wir sind sehr stolz. Für unsere Monteure ist diese Auszeichnung ein Highlight", so Geschäftsführerin Dahl.
Die Mitarbeiter der Wittlicher Firma hätten Mut und wahre Nächstenliebe bewiesen, sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) am Mittwochabend bei der Verleihung: "Ihr vorbildlicher Einsatz unter diesen dramatischen Umständen ist nicht selbstverständlich." Die Mitarbeiter der Firma halfen dabei, sieben Menschen in Kröv das Leben zu retten.
Helfer riskierten ihr Leben
Da die Reste des Gebäudes sehr instabil waren, bestand bei dem Einsatz die Gefahr, dass weitere Teile einstürzen könnten. Trotz dieser Situation arbeiteten die fünf Männer über Stunden, um die Verschütteten zu erreichen und zu versorgen, schreibt die rheinland-pfälzische Staatskanzlei in einer Pressemitteilung.
Die Mitarbeiter der Firma führten mit ihren Geräten Kernbohrungen durch, um Kontakt zu den Verschütteten herzustellen und sie mit Getränken und Nahrung zu versorgen.
Ermittlungen laufen Eingestürztes Hotel ist noch immer "offene Wunde" in Kröv
Ein Jahr nach dem Hoteleinsturz in Kröv ist die Katastrophe noch lange nicht aufgearbeitet. Wir haben mit Menschen gesprochen, die am Unglückstag vor Ort waren.
Bei dem Hoteleinsturz am 6. August 2024 in Kröv an der Mosel waren mehrere Menschen unter den Trümmern begraben. Zwei starben, darunter der Hotelbesitzer. Bei der 24-stündigen Rettungsaktion waren rund 250 Einsatzkräfte dabei.