Vier Jahre nach der Flut wird an der rund 160 Kilometer langen Eifelstrecke weiter gearbeitet: Zwischen Gerolstein in der Vulkaneifel und Kall in Nordrhein-Westfalen werden bis Ende März hunderte Oberleitungsmasten entlang der Gleise aufgestellt. Das Land will die Eifelstrecke zudem teils zweigleisig ausbauen.
- Vorerst keine Beteiligung vom Bund
- Mobilitätsministerin Eder: "Ich war sprachlos"
- Bundesverkehrsminister Schnieder: Keine Absage
Bund beteiligt sich vorerst nicht am Ausbau
Das Land benötigt für das Projekt aber Geld vom Bund. Doch das Bundesverkehrsministerium teilte in einem Brief an das rheinland-pfälzische Mobilitätsministerium mit, dass sich der Bund daran vorerst nicht beteiligen wird. Der zweigleisige Ausbau sollte vor allem Güterverkehr möglich machen.
Das Schreiben liegt dem SWR vor. Zuerst hatte der Trierische Volksfreund darüber berichtet. Demnach gebe es auf Basis der aktuellen Verkehrsprognose 2040 "keine wachsende Nachfrage im Schienengüterverkehr". Daher sei ein zweites Gleis nicht notwendig. Es gebe derzeit keine passende Förderungen dafür, heißt es im Brief.
RLP-Mobilitätsministerin Eder: "Ich war sprachlos"
Dabei hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) selbst als Abgeordneter immer wieder gefordert, dass die Eifelstrecke zweigleisig ausgebaut wird. Die rheinland-pfälzische Landesregierung kritisierte die vermeintliche Entscheidung aus Berlin zur Eifelstrecke.
Ich wollte das ehrlich gesagt nicht glauben und war sprachlos. Ich hatte immer den Eindruck, dass es Konsens ist, die Eifelstrecke, jetzt wo sie elektrifiziert wird, auch zweigleisig auszubauen.
Die Ministerin störe, dass der Brief keinen Weg aufgezeigt habe, ob beispielsweise Förderprogramme kombiniert werden könnten. Dazu habe sie den Bundesverkehrsminister in einem Brief aufgefordert: "Herr Schnieder hat an seinem ersten Arbeitstag als Bundesminister in Gerolstein ein Bekenntnis zur Strecke abgegeben und insofern hoffe ich, dass wir uns nochmal zusammensetzen."
Schnieder: Keine Absage an Eifelstrecke
Am Dienstagabend meldete sich auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder selbst zu Wort. In einem Schreiben an Eder widerspricht er den Vorwürfen. Demnach habe es im Brief an das Land keine direkte Absage an den zweigleisigen Ausbau der Eifelstrecke gegeben. Vielmehr sei es um die Frage gegangen, wie das Projekt finanziert werden könne.
"De Zoch kütt ..." Eifelstrecke: Züge rollen wieder von Gerolstein nach Köln
Nach vier Jahren Unterbrechung rollen seit Montag wieder Züge auf der Eifelstrecke zwischen Gerolstein und Köln. Die Strecke war seit der Flutkatastrophe 2021 nicht befahrbar.
Dabei seien nach einer Prüfung zwei Förderungen für den zweigleisigen Ausbau ausgeschlossen worden, weil die Eifelstrecke die Voraussetzungen dafür nicht erfülle. Schnieder sei bereit, mit dem Land nach anderen Fördertöpfen zu suchen, damit die Eifelstrecke ein zweites Gleis bekommt.
Verantwortung beim Land
Allerdings sieht er zunächst das Land in der Pflicht, indem es selbst dafür sorgt, dass die Strecke zwischen Gerolstein und Trier zumindest teilweise zwei Gleise erhält. In Nordrhein-Westfalen stehe schon die Finanzierung für den zweigleisigen Ausbau zwischen Kall und Nettersheim.
Schnieder regt in seinem Schreiber an Eder unter anderem an, dass Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bezüglich eines zweigleisigen Ausbaus der Eifelstrecke künftig zusammenarbeiten.
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