David Frantz lässt sich die Freude deutlich anmerken, wenn er über das "Landsat"-Satellitenprogramm spricht. Als Professor für Geoinformatik lehrt er an der Universität Trier und wurde zum Leiter einer Forschungsgruppe des Programms ernannt, das unter anderem von der NASA geleitet wird.
In den nächsten fünf Jahren soll Frantz mit seinem Forschungsteam Satelliten weiterentwickeln, die die ganze Erdoberfläche fotografieren. Das Programm gilt als besonders wichtig, da die Satellitenbilder unter anderem zur Klimaforschung eingesetzt werden können. Für David Frantz ist die Berufung in das Forschungsteam eine "sehr große Auszeichnung".
Trierer beim ältesten Satellitenprogramm der Welt
Das "Landsat"-Programm wird seit 1972 unter anderem von der NASA durchgeführt und gilt als ältestes andauerndes Satellitenprogramm der Welt. Laut David Frantz liegt die Besonderheit des "Landsat"-Programms vor allem darin, wie zuverlässig es ist: "Wir haben seit über 50 Jahren kontinuierliche Daten, die es uns erlauben, langfristige Veränderungen auf der Erde nachvollziehen zu können."
Die umfangreichen Bilder der Erdoberfläche haben sogar dazu geführt, dass 1976 eine bislang unbekannte Insel vor der Küste Kanadas entdeckt wurde, die seitdem den Namen "Landsat Island" trägt.
NASA-Forschungsgruppe soll Satelliten verbessern
David Frantz leitet eine Gruppe im Forschungsteam, das die wissenschaftliche Qualität des Programms gewährleisten soll. Beispielsweise soll das Forschungsteam Ingenieure bei Entscheidungen zur Seite stehen. Die Satelliten sollen so weiterentwickelt werden, dass die Forschungsdaten am Ende richtig eingesetzt werden können.
Außerdem unterstützt das Team die Entwicklung des nächsten "Landsat"-Satelliten. Dabei gehe es unter anderem darum, wie häufig er die Erde umkreisen und Fotos machen soll.
Insgesamt fliegt David Frantz zweimal im Jahr in die USA, um die Weltraumbehörde NASA zu beraten. Seine Forschung in Trier möchte er mit der Arbeit am Programm verknüpfen.
Das ist eine sehr große Ehre. Auch ein bisschen einschüchternd, aber Freude und Stolz überwiegen.
Arbeit mit renommierten Wissenschaftlern
Mit 39 Jahren arbeitet Frantz mit international renommierten Wissenschaftlern zusammen. In den vergangenen Forschungsteams seien Top-Wissenschaftler gewesen, die man eigentlich nur aus wissenschaftlichen Publikationen kenne.
"Die Namen der Kollegen sind sehr bekannt", sagt Frantz. "Da jetzt selber drin zu sein, ist auf jeden Fall eine sehr große Ehre. Darüber freue ich mich auch sehr. Das ist natürlich auch ein bisschen einschüchternd, aber die Freude und der Stolz überwiegen auf jeden Fall."
Mit Satelliten Ursachen des Klimawandels erkennen
Die Daten der "Landsat"-Satelliten können zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. "Beispielsweise eignen sie sich sehr gut, um die Ursachen des Klimawandels zu erkennen", erklärt David Frantz: "Zum Beispiel kann man Entwaldungsraten seit den achtziger Jahren nachzeichnen oder aus den Satellitendaten ableiten, wie sich bestimmte Städte in diesem Zeitraum entwickelt haben, was deutliche Auswirkungen auf das Klima hat."
Inwiefern die Satellitendaten zu strategischen Zwecken eingesetzt werden können, sei schwer zu sagen. Das Risiko, dass die Bilder beispielsweise militärisch genutzt werden, sei aber eher gering, wie Frantz betont. Die "Landsat"-Bilder seien zwar scharf, aber nicht hochauflösend genug, um militärische Ziele zu analysieren: "Sowas wie einen Panzer sieht man darin nicht."
Meiner Meinung nach ist das ein super Ding für Trier.
David Frantz ist der erste Trierer Wissenschaftler, der in dem international angesehenen NASA-Projekt mitarbeitet. Die Berufung zeige, dass Trier ein starker Standort für Geoinformatik sei. "Meiner Meinung nach ist das ein super Ding für Trier", freut sich David Frantz.