Land will in Osann-Monzel den Turbo zünden

Drei Jahre für Mega-Projekt: Riesiges Gewerbegebiet an der Mosel geplant

In Osann-Monzel soll eines der größten Gewerbegebiete der Region entstehen - und das in drei Jahren. Das Land will damit beweisen, dass Verfahren schneller laufen können.

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Von Autor/in Christian Altmayer

Wer auf dem Rosenberg in Osann-Monzel steht, blickt auf ein grünes Tal. Entlang der Bundesstraße 50 bis ins Nachbardorf Platten erstrecken sich kilometerweit Äcker. Doch vielleicht nicht mehr lange. Denn in zwei bis drei Jahren soll hier eines der größten Gewerbegebiete der Region entstehen.

Auf rund 120 Hektar können sich dann Unternehmen ansiedeln. Das wäre etwa die Hälfte des "Industrieparks Region Trier" zwischen Föhren und Hetzerath. "Für uns ist das eine große Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen", sagt Armin Kohnz (CDU), der Ortsbürgermeister von Osann-Monzel.

Äcker zwischen Osann-Monzel und Platten.
Äcker, soweit das Auge reicht. Hier zwischen Osann-Monzel und Platten soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Christian Altmayer

Gewerbegebiet soll doppelt so schnell gebaut werden

Normalerweise dauert es lange, ein solches Gewerbegebiet auf der grünen Wiese zu bauen. Sieben bis acht Jahre können schon mal ins Land gehen, rechnet Daniel Stich (SPD), Staatssekretär im Landesinnenministerium, vor.

In Osann-Monzel und auf 12 weiteren sogenannten Turboflächen in Rheinland-Pfalz - von Neuwied am Rhein bis Pirmasens in der Pfalz - will die Landesregierung nun beweisen, dass es auch mehr als doppelt so schnell gehen kann.

Staatssekretär Daniel Stich beim Besuch im Gemeindehaus in Osann.
Staatssekretär Daniel Stich hat Osann-Monzel besucht, um die neue Machbarkeitsstudie für das Gewerbegebiet zu übergeben. Christian Altmayer

"Wir wollen Tempo machen für weitere Wertschöpfung, für moderne Arbeitsplätze und damit für die regionale Wirtschaftskraft", sagt Stich. Dazu will das Land mehrere Planungsschritte in einem machen und zum Beispiel Gutachten parallel beauftragen.

Fachleute sehen keine Hürden für Pläne

In einer von der Landesregierung finanzierten Machbarkeitsstudie haben Fachleute schon mal keine größeren Hürden für das Projekt gefunden. Zwischen Osann-Monzel und Platten gibt es offenbar kein schützenswertes Biotop. Auch seltene Vögel oder Fledermäuse seien nicht entdeckt worden.

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Und auch die Gemeinden Osann-Monzel und Platten stehen hinter dem Projekt, wie die Ortsbürgermeister beim Termin mit dem Staatssekretär beteuerten.

Pläne für Maring-Noviand liegen auf Eis

Anders sieht es im Nachbardorf Maring-Noviand aus. Auch dort gebe es Potential für ein Turbo-Gewerbegebiet, sagt Stich. Doch der Ortsbürgermeister und der Gemeinderat hätten Bedenken gegen die Pläne - insbesondere, weil ein Gewerbegebiet den Blick auf die Weinberge verstellen könnte.

"Wenn man sich dort auf den Weg machen möchte, gehen wir den als Land gerne mit", so der Staatssekretär. Erstmal aber konzentrierten sich die Planungen auf Osann-Monzel.

Ortsbürgermeister Armin Kohnz zeigt auf der Karte, wo das neue Gewerbegebiet entstehen soll.
Ortsbürgermeister Armin Kohnz zeigt auf der Karte, wo das neue Gewerbegebiet entstehen soll. Der Nachbarort Maring-Noviand liegt etwas weiter rechts. Christian Altmayer

Platz für Unternehmen wird knapp in der Region

Der Standort liegt günstig an der Bundesstraße 50, nicht weit von den Autobahnen 1 und 60. Manuel Follmann (CDU), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, glaubt deshalb, dass ein Gewerbegebiet dort attraktiv für Unternehmen wäre. Zumal der Platz in Wittlich und im Industriepark in Föhren langsam knapp werde.

Auch Armin Kohnz, der Ortsbürgermeister von Osann-Monzel, sieht den Bedarf. Er musste schon einer großen Firma absagen, weil es keinen Platz mehr in der Gemeinde gab.

Ob das neue Gewerbegebiet erschlossen ist, bevor der nächste Investor anklopft? Kohnz ist skeptisch, auch weil er selbst in einem Planungsbüro arbeitet: "Das ist ein hehres Ziel. Aber der Glaube ist die eine Sache und die Wahrheit ist unter Umständen eine andere."

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Autor/in
Christian Altmayer
Foto von Christian Altmayer, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier

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