Wer auf dem Rosenberg in Osann-Monzel steht, blickt auf ein grünes Tal. Entlang der Bundesstraße 50 bis ins Nachbardorf Platten erstrecken sich kilometerweit Äcker. Doch vielleicht nicht mehr lange. Denn in zwei bis drei Jahren soll hier eines der größten Gewerbegebiete der Region entstehen.
Auf rund 120 Hektar können sich dann Unternehmen ansiedeln. Das wäre etwa die Hälfte des "Industrieparks Region Trier" zwischen Föhren und Hetzerath. "Für uns ist das eine große Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen", sagt Armin Kohnz (CDU), der Ortsbürgermeister von Osann-Monzel.
Gewerbegebiet soll doppelt so schnell gebaut werden
Normalerweise dauert es lange, ein solches Gewerbegebiet auf der grünen Wiese zu bauen. Sieben bis acht Jahre können schon mal ins Land gehen, rechnet Daniel Stich (SPD), Staatssekretär im Landesinnenministerium, vor.
In Osann-Monzel und auf 12 weiteren sogenannten Turboflächen in Rheinland-Pfalz - von Neuwied am Rhein bis Pirmasens in der Pfalz - will die Landesregierung nun beweisen, dass es auch mehr als doppelt so schnell gehen kann.
"Wir wollen Tempo machen für weitere Wertschöpfung, für moderne Arbeitsplätze und damit für die regionale Wirtschaftskraft", sagt Stich. Dazu will das Land mehrere Planungsschritte in einem machen und zum Beispiel Gutachten parallel beauftragen.
Fachleute sehen keine Hürden für Pläne
In einer von der Landesregierung finanzierten Machbarkeitsstudie haben Fachleute schon mal keine größeren Hürden für das Projekt gefunden. Zwischen Osann-Monzel und Platten gibt es offenbar kein schützenswertes Biotop. Auch seltene Vögel oder Fledermäuse seien nicht entdeckt worden.
Neues Angebot des SWR Studios Trier Nachrichten aus der Region Trier jetzt auf WhatsApp lesen
Das SWR Studio Trier ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten von Mosel und Saar, aus der Eifel, Hunsrück und Hochwald.
Und auch die Gemeinden Osann-Monzel und Platten stehen hinter dem Projekt, wie die Ortsbürgermeister beim Termin mit dem Staatssekretär beteuerten.
Pläne für Maring-Noviand liegen auf Eis
Anders sieht es im Nachbardorf Maring-Noviand aus. Auch dort gebe es Potential für ein Turbo-Gewerbegebiet, sagt Stich. Doch der Ortsbürgermeister und der Gemeinderat hätten Bedenken gegen die Pläne - insbesondere, weil ein Gewerbegebiet den Blick auf die Weinberge verstellen könnte.
"Wenn man sich dort auf den Weg machen möchte, gehen wir den als Land gerne mit", so der Staatssekretär. Erstmal aber konzentrierten sich die Planungen auf Osann-Monzel.
Platz für Unternehmen wird knapp in der Region
Der Standort liegt günstig an der Bundesstraße 50, nicht weit von den Autobahnen 1 und 60. Manuel Follmann (CDU), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, glaubt deshalb, dass ein Gewerbegebiet dort attraktiv für Unternehmen wäre. Zumal der Platz in Wittlich und im Industriepark in Föhren langsam knapp werde.
Auch Armin Kohnz, der Ortsbürgermeister von Osann-Monzel, sieht den Bedarf. Er musste schon einer großen Firma absagen, weil es keinen Platz mehr in der Gemeinde gab.
Ob das neue Gewerbegebiet erschlossen ist, bevor der nächste Investor anklopft? Kohnz ist skeptisch, auch weil er selbst in einem Planungsbüro arbeitet: "Das ist ein hehres Ziel. Aber der Glaube ist die eine Sache und die Wahrheit ist unter Umständen eine andere."