Umgestaltung bis 2032 geplant

Wie die Gerolsteiner Innenstadt attraktiver werden soll

Die Innenstadt von Gerolstein soll in den nächsten Jahren schöner und sicherer werden. Dafür werden mehrere Plätze umgebaut. Nach Angaben der Stadt soll bis 2032 alles fertig sein.

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Stand

Von Autor/in Daniel Novickij

Ein kahler Asphaltplatz, auf dem Autos parken. Eine provisorische Bushaltestelle. So sieht es aktuell auf dem Hutterplatz neben der Einkaufspassage Rondell in Gerolstein aus. Das soll sich in Zukunft ändern.

Bäume, Bänke und Beleuchtung

"Wir wollen den Hutterplatz schöner und attraktiver machen", sagt Gerolsteins Stadtbürgermeisterin Stefanie Lorisch (CDU). Dort sollen Bäume, Wiesen, Sitzbänke, Straßenlaternen sowie ein barriererfreier Weg für Fußgänger hinkommen. Autos werden aber nicht vom Platz verbannt. Sie können dort weiterhin parken.

Stadtbürgermeisterin Stefanie Lorisch schaut sich die Pläne für den neuen Hutterplatz an.
Stadtbürgermeisterin Stefanie Lorisch schaut sich die Pläne für den neuen Hutterplatz an. Sie will mit dessen Umbau einen attraktiven Aufenthaltsort in Gerolstein schaffen. Daniel Novickij

Geplant ist auch ein Bereich in dem bei Bedarf eine Bühne aufgebaut werden kann. "Auf dem Hutterplatz sollen in Zukunft Wochen- und Weihnachtsmärkte, kleine Konzerte, die Kirmes und andere Feste stattfinden", so Lorisch weiter.

Der Umbau kostet insgesamt rund 2,2 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz bezahlt einen großen Teil davon. Wann genau auf dem Hutterplatz die Bagger anrollen, ist noch unklar. Spätestens in sieben Jahren muss aber alles fertig sein: "Der Förderbescheid hat eine Laufzeit bis 2032", sagt Lorisch.

Neuer Busbahnhof entsteht in Gerolstein

Auch auf der anderen Straßenseite soll sich einiges verändern. Vor dem Gerolsteiner Bahnhof wird schon jetzt ein neuer Busbahnhof mit Laternen, Grünflächen und fünf Haltestellen gebaut. Zusätzlich soll es einen neuen Haltepunkt für den Rufbus geben.

Der Bau des neuen Busbahnhofs in Gerolstein läuft auf Hochtouren.
Der Bau des neuen Busbahnhofs in Gerolstein läuft auf Hochtouren. Ab Juli 2026 sollen hier schon Busse halten. Daniel Novickij

"Die Busse, die aktuell noch auf dem Hutterplatz halten, werden schon ab dem nächsten Sommer auf den neuen Busbahnhof verlegt", sagt die Stadtbürgermeisterin. Zudem entstehen an der vielbefahrenen Brunnenstraße weitere Bushaltestellen.

Hochbrücke in Gerolstein wird ausgebaut

Was in Gerolstein ebenfalls auf der Agenda steht: Die Sanierung der Hochbrücke. Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) fahren fast 15.000 Fahrzeuge täglich über die mehr als 70 Jahre alte Brücke.

Die Hochbrücke ist die Verkehrsader in Gerolstein. Sie verbindet die beiden Stadthälften miteinander, die von der Kyll getrennt werden.
Die Hochbrücke ist die Verkehrsader in Gerolstein. Sie verbindet die beiden Stadthälften miteinander, die von der Kyll getrennt werden. Daniel Novickij

Die Brücke wird in Zukunft verbreitert und zusätzlich mit Radwegen versehen. Laut LBM ist der Baubeginn für März 2026 geplant. Bis Ende 2028 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Mehr Lebensqualität für Gerolstein

"Die Stadt soll durch die ganzen Bauprojekte attraktiver und auffälliger werden. Es wird ein ganz neues Gerolstein entstehen", sagt Stadtbürgermeisterin Lorisch.

Wir wollen auch den Tourismus ankurbeln

Ziel ist es, dass die Menschen sich gerne in der Gerolsteiner Innenstadt aufhalten. "Wir wollen auch den Tourismus ankurbeln", so Lorisch weiter.

Gerolsteiner finden die Pläne gut

Die Menschen in Gerolstein finden es überwiegend gut, dass ihre Innenstadt in den nächsten Jahren verschönert werden soll. Das hat eine kurze Straßenumfrage des SWR ergeben. Eine Anwohnerin sagte dem SWR: "Endlich nimmt die Stadt es in die Hand und macht etwas."

Doch es gibt auch Kritik: "Das ist Geldverschwendung. Das bringt überhaupt nichts", sagte eine Gerolsteinerin. Sie ist der Meinung, dass die Stadt kein guter Ort ist, um seine Freizeit zu verbringen. "Gerolstein ist vor allem abends wie tot. Hier ist nichts."

Frauen fühlen sich häufig unsicher

Was bei den Antworten immer wieder mitschwingt, ist das Thema Sicherheit. Viele fühlen sich bei Dunkelheit in der Gerolsteiner Innenstadt unsicher, vor allem Frauen. Einige sagten, sie seien in der Vergangenheit bereits von Fremden belästigt worden.

Die Stadt will durch die Umgestaltung des Zentrums, etwa durch mehr Beleuchtung, auch dafür sorgen, dass die Menschen sich wieder sicherer fühlen. Besonders Anwohnerinnen haben aber große Zweifel daran, dass das klappt.

Polizei sieht kein Sicherheitsproblem

Der Polizei ist eigenen Angaben nach bekannt, dass einige Bürgerinnen und Bürger sich in Gerolstein aktuell unsicher fühlen. Allerdings habe die Stadt kein Sicherheitsproblem: "Eine Auswertung der polizeilichen Fallzahlen ergibt, dass Gerolstein kein statistischer Hotspot für Straftaten ist", heißt es.

In Gerolstein kann jeder gut und sicher leben

Laut Kriminalstatistik ist die Anzahl der Straftaten seit Jahren deutlich rückläufig. So seien im Jahr 2020 insgesamt 638 Straftaten in Gerolstein registriert worden, im vergangenen Jahr seien es 534 gewesen. Der Rückgang sei auch im Bereich der Straßenkriminalität festzustellen. "In Gerolstein kann jeder gut und sicher leben", so die Polizei.

Besseres Sicherheitsgefühl

Die Polizei findet es gut, dass Gerolstein verschönert werden soll. Sie geht davon aus, dass dadurch das Sicherheitsgefühl bei den Menschen wieder steigt. "Die Erfahrung zeigt, dass jegliche städtebauliche Aufwertung die Sicherheitswahrnehmung deutlich stärken kann", teilt die Polizei mit.

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Sinnvoll seien Orte, die von vielen Menschen genutzt und gut ausleuchtet sind. Aus Sicht der Polizei sei es aber wichtig, dass die neuen Plätze auch gepflegt werden, ansonsten würden sie das Gegenteil bewirken: "Sichtbare Anzeichen von Unordnung wie Müll, Graffiti oder kaputte Fenster schaffen eine Umgebung, die zu mehr Kriminalität und Verfall führt."

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Autor/in
Daniel Novickij
Daniel Novickij arbeitet als Korrespondent im Regionalbüro in Gerolstein in der Vulkaneifel.

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