Der Steinmetzmeister Tobias Hartmann hat einen ganz besonderen Arbeitsplatz. Er gehört zu dem Team an Fachleuten, das die Porta Nigra saniert. Jeden Morgen fährt er mit dem Aufzug im Baugerüst bis ganz nach oben in die 11. Gerüstetage. Von hier hat man einen tollen Rundumblick auf Trier. Doch sein Blick richtet sich auf die römischen Steinquader.
Mörtel aus dem letzten Jahrhundert muss weg
In den siebziger Jahren wurde die Porta Nigra schon einmal saniert. Doch die Methoden von damals würde man jetzt nicht mehr anwenden. Man sieht dicke Mörtelschichten zwischen den Steinquadern. Die müssen weg. Dafür nutzt Steinmetzmeister Tobias Hartmann ein spezielles Werkzeug.
Ich muss wie ein Archäologe ganz vorsichtig vorgehen.
Nach und nach entfernt er die Mörtelschicht von damals. "Ich muss wie ein Archäologe ganz vorsichtig vorgehen, um den alten Stein nicht zu beschädigen", sagt er. Von morgens, halb acht bis abends 19 Uhr dauert seine Schicht jeden Tag. Je nach Wetterlage kann es auf dem Gerüst um die Porta Nigra auch sehr ungemütlich werden.
Dreck aus vielen Jahrhunderten
Steht man auf dem Gerüst, sieht man, wie viele verschiedene Schattierungen das römische Gestein im Lauf der Jahrhunderte angenommen hat. An manchen Stellen ist es noch hellbeige, an anderen wirklich tiefschwarz. Ruß aus Kaminen, Abgase von Autos - in der Kruste auf den Steinen sind unzählige Stoffe enthalten.
Mit der Laserpistole gegen den Schmutz
Ulrich Bauer-Bornemann ist Steinrestaurator. Er steht auf einer tieferen Gerüstetage vor Steinen der Porta Nigra, die ganz besonders schwarz sind. Mit einer Laserpistole behandelt er die Flächen. Es riecht etwas verbrannt und etwas Staub fliegt in der Luft, wenn er sich Zentimeter für Zentimeter vorarbeitet.
Der Stein darf nicht beschädigt werden.
Die Technik arbeitet mit Lichtstrahlen, die durch einen künstlichen Kristall geleitet werden und mit einem Glasfaserkabel über die Laserpistole den Lichtstrahl gezielt auf die verschmutzten Stellen richten. So werden nur die verschmutzten Stellen entfernt, ohne dass der Stein angegriffen wird. Der Stein darf nicht beschädigt werden, sagt der Steinrestaurator. Diese Lasertechnik ist eine sanfte Reinigungsmethode.
Porta Nigra bleibt schwarz
Keine Angst: Auch nach der Sanierung wird die Porta Nigra ihrem Namen gerecht und bleibt ein schwarzes Tor. Es geht nur darum, den Schmutz zu entfernen, der dem Gestein schadet und es zerstört. Das dauert insgesamt zwei Jahre. So soll das römische Unesco-Welterbe Triers auf Dauer erhalten bleiben. Besichtigen kann man die Porta Nigra trotz Gerüst und Bauarbeiten auch in dieser Zeit. Auch die Schauspielführungen finden weiter statt.