Seit Freitag 3 Uhr läuft der zweitägige Warnstreik im Nahverkehr. Es fahren nur wenige Busse und Straßenbahnen in Rheinland-Pfalz. Der Warnstreik endet mit der letzten Schicht am Samstag.
"Vielerorts kommt der Betrieb zum Erliegen", sagte ver.di-Sprecher Johannes Albrecht. Die Gewerkschaft ver.di hatte rund 1.500 Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr zu Warnstreiks aufgerufen. Rund 750 von ihnen haben sich bislang laut ver.di an dem Ausstand beteiligt. Hier ein Überblick über die Streiklage.
- Mehrere Verkehrsverbünde betroffen
- Rege Beteiligung in mehreren Regionen
- Sonderregelung in Kaiserslautern
- Ludwigshafen und Koblenz nicht betroffen
- Welche Alternativen gibt es?
- Drohen weitere Warnstreiks?
- Arbeitgeber halten Einigung für möglich
Mehrere Verkehrsverbünde betroffen
Betroffen sind laut ver.di folgende Betriebe: die KRN-Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH, die Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH, die Stadtwerke Pirmasens Verkehrs-GmbH und die SWT AöR der Stadt Trier.
Auch die SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG war vom Streik betroffen. Allerdings machte ver.di hier eine Ausnahme: "Damit der ÖPNV für die Fußballfans am Samstag (28.02.2026) aufrecht erhalten bleibt, findet der Streik dort nur von Freitag ab 4 Uhr bis Samstag 4 Uhr statt."
Rege Streikbeteiligung in mehreren Regionen
In Mainz waren am Freitagvormittag 17 Busse und 8 Straßenbahnen nach einem Notfahrplan unterwegs, wie ein Sprecher der Mainzer Stadtwerke mitteilte. Dieses Angebot wurde auch von etlichen Fahrgästen genutzt, so etwa im Berufsverkehr am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt.
Pendlerinnen und Pendler, die beispielsweise nach Wiesbaden oder Frankfurt wollten, mussten auch dort mit Ausfällen rechnen, wobei in Frankfurt nur Straßenbahnen und U-Bahnen betroffen waren. In Wiesbaden sind die meisten Bus-Linien vom Streik betroffen und fallen aus, schreibt ESWE-Verkehr. Auch hier gilt ein Notfahrplan.
Ver.di ruft zum Streik auf Warnstreik: Kaum Busse zwischen Mainz und Bad Kreuznach
Geduldsprobe für Pendler in weiten Teilen von Rheinhessen und an der Nahe: Bis Samstag fallen die meisten Busse aus. Ver.di hat wieder zu einem Warnstreik aufgerufen.
In den Landkreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen fielen nach Angaben des Rhein-Nahe-Verkehrsbundes (RNV) am Freitag alle Schulbusse aus. Für Samstag sei ein Notbetrieb eingerichtet.
Auch in den Landkreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen fielen am Freitag alle Schulbusse aus, wie der Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN) mitteilte. Auch in Trier und Pirmasens.
In Trier fahren nur einzelne Linien, die nicht von den Stadtwerken betrieben würden, teilte eine Sprecherin mit. Minibusse, sogenannte "Smart-Shuttle", könnten eine Alternative sein und vorab im Internet per App oder telefonisch bei den Stadtwerken gebucht werden. Ein Notbetrieb sei wegen der hohen Streikbeteiligung nicht möglich.
Sonderregelung für FCK-Fans in Kaiserslautern
Auch in Kaiserslautern fuhren offiziellen Angaben zufolge keine Schulbusse. Allerdings endete in der Stadt der Streik bereits am Samstag um 4 Uhr - Grund ist der Fußball. Zweitligist FCK empfängt um 13 Uhr den SC Paderborn. Nach Angaben von SWR-Reporter Luca Schulz würde anderenfalls ein Verkehrschaos drohen. Das wollten Gewerkschaft und Stadtwerke Kaiserslautern unbedingt vermeiden.
Ludwigshafen und Koblenz nicht vom Streik betroffen
Fahrgäste in Ludwigshafen konnten durchatmen, denn die Rhein-Neckar-Region ist von dem bundesweiten Nahverkehrsstreik nicht betroffen. Grund ist ein Tarifvertrag des Nahverkehrsanbieters RNV, der noch bis 2028 gilt. Der RNV betreibt unter anderem die Busse und Straßenbahnen in Ludwigshafen und auf der Rhein-Haardtbahn-Strecke nach Bad Dürkheim.
Auch in Koblenz fahren die Busse nach Plan. Der Verkehrsbetrieb Rhein-Mosel ist nicht vom Warnstreik betroffen.
Welche Alternativen gibt es?
Die Deutsche Bahn wird nicht bestreikt, teilt eine Sprecherin mit. Regionalzüge, Regionalbusse der DB Regio Mitte, der Schienenersatzverkehr sowie S-Bahnen fahren regulär. Insbesondere an den Haltestellen der Regionalbusse am Mainzer Hauptbahnhof waren am Freitagmorgen viele Menschen zu sehen.
Drohen weitere Warnstreiks?
Bereits Anfang Februar war der Nahverkehr im Land bestreikt worden. Die Arbeitgeberseite hält jetzt eine baldige Einigung in der Tarifauseinandersetzung für möglich. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 9. März statt.
Für die Gewerkschaft ver.di kommt es darauf an, dass die Arbeitgeberseite ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegt, wie ein Sprecher mitteilte. Im Kern fordere ver.di für die Beschäftigten deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehöre eine Erhöhung von Zuschlägen und Urlaubsgeld.
"Wir sind zuversichtlich, dass nach den Warnstreiks Bewegung möglich ist, wenn die Arbeitgeber einlenken", sagte der Sprecher. Ob es zu weiteren Warnstreiks komme, hänge vom Verlauf der Verhandlungen ab.
Bundesweit wird im Nahverkehr gestreikt ÖPNV-Warnstreik - Folgen für Baden-Württemberg noch offen
ver.di ruft zu deutschlandweiten ÖPNV-Warnstreiks auf. In Baden-Württemberg sei nichts geplant. Man wolle am Donnerstag noch mit den Arbeitgebern verhandeln, so die Gewerkschaft.
Arbeitgeber halten Einigung für möglich
Optimistischer zeigten sich die Arbeitgeber. "Es ist uns in den bisherigen vier Verhandlungsrunden gelungen, eine Lösung zu entwickeln, deren Kosten verträglich wären", hatte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Markus Sprenger, am Donnerstag gesagt.
Der Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV RP) betonte: "Die Vorstellungen liegen nicht mehr weit auseinander." Es könne bei den nächsten Gesprächen zu einem Endpunkt kommen. Wichtig sei ein Verhandlungsergebnis, bei dem das bisherige Nahverkehrsangebot weiter funktioniere und die Kosten gut leistbar blieben.