Neue Statistik vorgestellt

Weniger Diebstähle, aber mehr häusliche Gewalt in Rheinland-Pfalz

Hoffnungsvolle Entwicklung im Bereich Kriminalität: Die Zahl der Straftaten in Rheinland-Pfalz ist zuletzt zurückgegangen. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein.

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Stand

Von Autor/in Christian Buttkereit

Das Leben in Rheinland-Pfalz ist laut Landesinnenminister Michael Ebling (SPD) so sicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ebling bezog sich dabei auf die neueste Kriminalstatistik, der zufolge die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um rund sechs Prozent zurückgegangen ist.

Insgesamt registrierte die Polizei laut Innenministerium 224.126 Straftaten im Land - der niedrigste Stand seit 1992. Etwa zwei von drei Straftaten wurden demnach aufgeklärt (64,8 Prozent), daran hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas verändert (64,3 Prozent).

Weniger Geldautomatensprengungen und Diebstähle

Einen Rückgang um fast die Hälfte gab es bei den Geldautomatensprengungen: von 23 Taten in 2024 auf 12 in 2025. Auch die Zahl der Diebstähle ist deutlich niedriger als im Vorjahr. Ebeling führt das unter anderem auf die höhere Zahl von Polizeibeamten zurück.

Die Zahl sogenannter "Schockanrufe" hat sich demnach ebenfalls halbiert. Dabei wird behauptet, dass ein Angehöriger in Schwierigkeiten steckt und dringend Geld braucht – auch bekannt als Enkeltrick. Allerdings wurden in den einzelnen Fällen höhere Summen erbeutet: Die Schadenssumme hat sich fast verdoppelt – von sechs auf zehn Millionen Euro.  

Gewaltdelikte wie Mord oder Mordversuch sowie Körperverletzungen liegen etwa auf Vorjahresniveau. Messerkriminalität nahm um acht Fälle zu und macht weniger als 0,3 Prozent aller Delikte aus.

Mainz

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In Mainz, Worms und Bad Kreuznach sind die Straftaten 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Allerdings sind die Anzeigen wegen sexueller Belästigung angestiegen. Das beunruhigt aber die Polizei nicht. Im Gegenteil: Die Ermittler freuen sich.

Häusliche Gewalt nimmt weiter zu

Besondere Sorgen bereitet dem Innenminister die Zunahme häuslicher Gewalt. Mit 13.504 Fällen sei hier erneut ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Dabei geht es den Angaben zufolge nicht nur um Gewalt zwischen Ehe- oder Lebenspartnern, sondern auch um Verstümmelungen weiblicher Genitalien, Zwangsheirat, sexuellen Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen. Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen erreichte mit 685 Fällen einen Höchststand.

"Die Entwicklung zeigt, dass wir diesem Deliktsfeld weiterhin besondere Aufmerksamkeit widmen müssen", so Ebling. Gleichzeitig könne eine steigende Anzeigebereitschaft auch Ausdruck einer zunehmenden Sensibilisierung und eines ausgebauten Hilfesystems sein.

CDU: Sicherheitsempfinden der Menschen "massiv gestört"

Kritik an der Darstellung des Innenministeriums kam aus der Opposition. Der innenpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Herber, warnte davor, sich "von der nackten Statistik" blenden zu lassen. "Das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen im Land ist massiv gestört und es ist leider nicht zu erkennen, dass die Landesregierung sich hier in Lösungen versucht", so Herber.

Die Sicherheitsarchitektur müsse grundlegend modernisiert werden. "Wir brauchen endlich die volle Ausschöpfung technischer Möglichkeiten. KI-gestützte Videoanalyse an Brennpunkten und eine echte, innovative Personaloffensive", hieß es aus der CDU.

Betrug durch Täter im Ausland stark gestiegen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Rheinland-Pfalz zeigte sich zwar erfreut über den Rückgang der Kriminalität, verwies aber darauf, dass die Auslandsstraftaten ein großes Problem seien. Straftaten, die von Tätern im Ausland verübt werden, hätten rund 50 Prozent mehr Schaden (116.792.644 Euro) verursacht als im Jahr zuvor. 42.043 Auslandstraftaten seien 2025 registriert worden. Knapp 82 Prozent seien Betrugsdelikte gewesen. Fast alle seien mittels Internet und IT-Geräte begangen worden. Und bei diesen Straftaten liege die Aufklärungsquote nur bei 3,6 Prozent, so die Polizeigewerkschaft.

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Christian Buttkereit

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