Besonders im Fokus standen die Geflügelpest und die Afrikanische Schweinepest, wie das Landesuntersuchungsamt(LUA) und das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mitteilten. Insgesamt untersuchte das LUA im vergangenen Jahr rund 208.000 Tierproben.
Ungewöhnliche Dynamik bei der Vogelgrippe
Ab Herbst 2025 breitete sich die Geflügelpest, umgangssprachlich Vogelgrippe, bei Wildvögeln in Deutschland ungewöhnlich stark aus. In der Folge ordneten viele kommunale Veterinärämter eine Aufstallpflicht für Hausgeflügel an. LUA-Präsident Markus Böhl zufolge war es die größte Herausforderung des vergangenen Jahres. In Rheinland-Pfalz wurden von Ende Oktober bis Jahresende bei 100 Wildvögeln und in zwei Geflügelhaltungen Erreger nachgewiesen, wie das LUA mitteilte.
Vor allem der erste große Kranichzug habe zur Ausbreitung des Virus beigetragen. Auch sei die Ansteckungsgefahr an belasteten Gewässern hoch gewesen. Der letzte Nachweis bei einem Wildvogel in diesem Zusammenhang erfolgte im März 2026.
Blauzungenkrankheit betraf 88 Bestände von Tieren
Auch die Blauzungenkrankheit nahm im Vorjahr wieder deutlich zu. Das durch stechende Insekten übertragene Virus wurde in Rheinland-Pfalz bei 100 Rindern, 14 Schafen und Ziegen sowie elf Zoo- und Wildtieren nachgewiesen, wie das Amt bilanzierte. Insgesamt waren 88 Tierbestände betroffen.
Die Krankheit kann unter anderem Fieber, Schwellungen, Apathie, einen deutlichen Milchrückgang und Fehlgeburten verursachen. Eine Impfung sei möglich und werde empfohlen, erklärte das Untersuchungsamt. Land und Tierseuchenkasse bezuschussen demnach die Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen.
Kein Hausschwein von Afrikanischer Schweinepest betroffen
In den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms wurden 2025 nur noch wenige Virus- und Antikörpernachweise zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) geführt. Allerdings wurde im Juni 2025 die ASP im nordrhein-westfälischen Kreis Olpe nahe der Landesgrenze festgestellt. In den angrenzenden rheinland-pfälzischen Gemeinden wurden daraufhin eine intensivere Bejagung, Überwachung und Untersuchung angeordnet. Alle Untersuchungsergebnisse waren bis heute negativ. Die für Schweine meist tödliche Krankheit verursacht unter anderem hohes Fieber und Blutungen.
Bei der Afrikanischen Schweinepest gab es 2025 im Kerngebiet der Sperrzone 17 positive Nachweise bei Wildschweinen. Bei 15 Tieren wurde das Virus selbst nachgewiesen, bei zwei weiteren wurden Antikörper festgestellt. Ausbrüche bei Hausschweinen gab es dagegen nicht.
Ministerin Schneider zieht positive Bilanz
Landwirtschaftsministerin Christine Schneider (CDU) erklärte, das vergangene Jahr habe gezeigt, dass gute Vorbereitung, frühe Erkennung und schnelles und konsequentes Handeln Tierseuchen kontrollierbar machten. Zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest gehörten Schutzzäune, intensive Bejagungen und Drohnenüberwachungen. Doch es sei eine Aufgabe für die Allgemeinheit, wachsam zu bleiben und Ausbrüche früh einzudämmen.