Dänemark gilt als Vorreiter bei der Digitalisierung. Als wohl erstes Land Europas stellen unsere Nachbarn im Norden die öffentliche Briefzustellung ein. Die roten Briefkästen verschwinden aus dem Stadtbild. Sie wurden schon für umgerechnet rund 200 bis 270 Euro für einen guten Zweck verkauft.
Wie viele Briefe werden in Deutschland noch verschickt?
Was plant die Deutsche Post in Bezug auf ihr Briefgeschäft?
Wie viele Postfilialen gibt es noch in Rheinland-Pfalz?
Wie viele Briefe werden in Deutschland noch verschickt?
Die Deutsche Post hat 2024 jeden Tag etwa 42 Millionen Briefe zugestellt. Das klingt nach einer ganzen Menge. Allerdings waren es 2014 noch 64 Millionen Briefe. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Es wird davon ausgegangen, dass in Zukunft immer weniger Briefe verschickt werden.
Heute läuft vieles per E-Mail – egal ob privat oder geschäftlich. Je weniger Briefe verschickt werden, desto mehr steigt der Aufwand für die Deutsche Post, Briefe und Karten zuzustellen. Gleichzeitig bringt das Briefgeschäft weniger als zehn Prozent des Umsatzes ein. Darauf hat die Politik auch reagiert und das Postgesetz überarbeitet. Die Post hat mittlerweile mehr Spielraum: Sie darf zum Beispiel Briefe über mehrere Tage sammeln. Früher musste die Post jede Sendung einzeln austragen.
Ist es auch bei uns nur noch eine Frage der Zeit bis zum Briefgeschäft-Aus?
So weit würde ich nicht gehen. Es gibt darüber auch noch keine laute, öffentliche Diskussion. Aber die Monopolkommission, die die Bundesregierung berät, die hat gerade erst Vorschläge genau in diese Richtung vorgelegt.
Die Kommission sagt: Wir leben in Zeiten der Digitalisierung und die Briefe, die noch verschickt werden, stammen zum Großteil aus der öffentlichen Verwaltung. Die Verwaltung verschickt Briefe, weil sie durch gesetzliche Vorgaben dazu verpflichtet ist. Gesetze können in Zukunft aber geändert werden.
Eine Änderung ist meist ein sehr langer Prozess. Es können Jahre ins Land gehen. Und dies wäre auch nicht zwangsläufig das Ende von Briefpost. Mehr private Unternehmen als bisher könnten das Geschäft übernehmen, wenn sich das für sie lohnt. Es ist also eher in Deutschland ein Zukunfts-Szenario.
Wie viele Postfilialen gibt es noch in Rheinland-Pfalz?
Es gibt in Rheinland-Pfalz insgesamt mehr als 640 Postfilialen. Das sind nicht alles reine Poststandorte. Sie werden teilweise gemeinsam mit einem Partner betrieben: Das kann etwa ein Schalter innerhalb eines Supermarkts sein oder in einem Kiosk. Die Post ist gesetzlich verpflichtet, in Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine Filiale zu haben.
Allerdings sind in Deutschland auch etwa 160 solcher "Pflichtstandorte" nicht besetzt. Darunter sind 13 in Rheinland-Pfalz – zum Beispiel Rheinböllen, Weitersburg und Neuwied-Engers. Ein Sprecher der Post hat dem SWR versichert, das seien vorübergehende Lücken. Es werde daran gearbeitet, eine Lösung zu finden.
Es gibt in Rheinland-Pfalz auch sieben Orte, in denen sogenannte "Poststationen" eine Filiale mit Menschen ersetzen. Das sind Packstationen mit mehr Service: An diesen Automaten kann man unter anderem auch Briefmarken kaufen und es wird eine Videoberatung angeboten. Solche Poststationen gibt es bisher unter anderem in Miesenbach, Sondernheim und Reinsfeld.