"Zugehört" vor der Bundestagswahl 2025

Wenn die Miete höher ist als das BAföG - was steht in den Wahlprogrammen der Parteien?

Studentin Tabea kommt aus einer Arbeiterfamilie - und oft kaum über die Runden. Sie zweifelt deshalb an der Bildungsgerechtigkeit. Welche Ideen stehen in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl?

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Stand

Tabea ist die erste in ihrer Familie, die studiert. Sie hat die Erfahrung gemacht: Es ist schwer über die Runden zu kommen, wenn die Eltern nur begrenzt finanziell unterstützen können. Die 21-Jährige bezweifelt, dass es wirklich Bildungsgerechtigkeit gibt, denn:

In den ersten Monaten des Studiums bekam sie noch kein BAföG. Damals musste sie jeden Cent zwei mal umdrehen. Dann gab es auch mal jeden Tag Nudeln mit Pesto. Damit am Ende des Monats etwas Geld für den nächsten Semesterbeitrag übrig war. Während sich manche Mitstudierende auf den Lernstoff konzentrieren konnten, hat sie mehr Schichten bei der Arbeit gemacht. Wie geht es anderen Studierenden - und was will die Politik für Studierende tun?

Studierende leben kein Luxusleben

Fast drei Millionen Studierende gibt es derzeit in Deutschland. Tabea ist also nur eine von sehr vielen Menschen. Was sie beschreibt, lässt sich auch aus den Statistiken von Bund und Ländern herauslesen.

Die Hälfte der Studierenden, die nicht mehr bei den Eltern lebt, hat weniger als 876 Euro im Monat (Stat. Bundesamt für 2024). Davon müssen sie alles bezahlen: Zimmer, Lebensmittel, Semesterbeitrag, Kleidung, Arbeitsmaterial und und und. Ohne Job kommen die wenigstens aus. Manche stocken damit den Unterhalt, den sie von ihren Eltern bekommen, auf, damit es zum Leben reicht. Andere müssen sich ihren Lebensunterhalt komplett selbst finanzieren, weil sie weder BAföG noch Unterhalt bekommen.

Armut - für viele Studierende Realität

Ein gutes Drittel (35 Prozent) aller Studierenden in Deutschland war 2023 armutsgefährdet. Und das unabhängig von der Wohnsituation. (WG, Apartment oder bei den Eltern). Besonders betroffen sind aber die Studierenden, die nicht mehr bei den Eltern leben: Von diesen jungen Menschen sind 77 Prozent armutsgefährdet. Zum Vergleich: Von der gesamten Bevölkerung in Deutschland sind es 14 Prozent.

BAföG - immer weniger

In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der geförderten Studierenden zwar leicht gestiegen, aber in den zehn Jahren zuvor sank die Zahl deutlich. Knapp 12 Prozent der Studierenden bekamen 2022 die staatliche Unterstützung. Zehn Jahre zuvor waren es noch 18 Prozent. Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist zudem darauf hin, dass die BAföG-Zahlungen real an Wert verloren haben. So stieg das BAföG zum Beispiel im Jahr 2022 um 5,1 Prozent. Die Inflation lag aber 2022 bei 6,9 Prozent.

Wohnkosten sprengen BAFöG-Budgets von Studierenden

Es sind vor allem die Wohnkosten, die bei Studierenden Existenzängste verursachen. Bei Tabea reichen die 416 Euro BAföG nicht einmal, um die Miete in Höhe von 420 Euro zu decken. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass Studierende mehr als die Hälfte ihres verfügbaren Geldes für ihre Unterkunft ausgeben müssen (54 Prozent in 2023). In der Gesamtbevölkerung hingegen gehen nur 25 Prozent des Einkommens fürs Wohnen drauf.

Wir haben in den Wahlprogrammen der 14 Parteien, die in Rheinland-Pfalz auf dem Wahlzettel stehen, nachgelesen. Die wichtigsten Ideen haben wir stichpunktartig zusammengefasst. Die Reihenfolge entspricht im ersten Block den Sitzen der Parteien im Bundestag in dieser Legislaturperiode. Im zweiten Block geht es um die Wahlprogramme der Parteien, die noch nicht im Bundestag waren - alphabetisch sortiert. Am Ende gibt es eine Liste von Parteien, die dazu nichts schreiben.

Gar nicht mit dem Thema beschäftigt haben sich:

  • Bündnis Deutschland
  • Die Partei
  • MLPD
  • ödp
  • Tierschutzpartei
Rheinland-Pfalz

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