Die Exportnation Deutschland leidet unter der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Das zeigen neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Demnach sind die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten in den ersten elf Monaten 2025 um mehr als neun Prozent eingebrochen. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind die Folgen ebenfalls deutlich zu spüren.
Baden-Württemberg: Mehrheit spürt negative Folgen
Schon im vergangenen Sommer hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer Unternehmen in Baden-Württemberg zur US-Handelspolitik befragt. Das Ergebnis: 86 Prozent sagen, dass sie spürbar negativ betroffen sind. Daran dürfte sich bis heute nichts geändert haben.
Durch seine starke und exportorientierte Auto- und Zulieferindustrie wird das Bundesland quasi flächendeckend von der US-Handelspolitik beeinflusst. Der Druck auf globale Lieferketten hat spürbar zugenommen. Das trifft besonders die Autoindustrie und damit auch den Stuttgarter Autozulieferer Mahle.
Die US-Zölle zählen zu den größten Belastungen, mit denen wir aktuell in einem insgesamt sehr volatilen Umfeld umgehen müssen.
Studie: BW-Industrie leidet bundesweit am stärksten
Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, die am stärksten unter der US-Zollpolitik leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ifo-Instituts. Allerdings gab es zuletzt Hoffnung, dass die Zeiten von täglich neuen Fantasie-Zollsätzen vorbei sind. Durch den Grönland-Konflikt gebe es diese Hoffnung nun nicht mehr, sagt Claus Paal, IHK-Präsident der Region Stuttgart.
Man hatte sich im Grunde darauf jetzt eingespielt, aber seit ein, zwei Tagen ist wieder totale Verunsicherung.
IHK: Trump-Regierung hat deutliche Spuren in RLP hinterlassen
Auch in Rheinland-Pfalz ist der Druck nach einem Jahr Trump gestiegen. Mehr als 60 Prozent der Betriebe haben in der DIHK-Umfrage vom Sommer gesagt, dass sie moderate bis deutlich negative wirtschaftliche Auswirkungen der US-Handelspolitik spüren - immerhin weniger als im Bundesdurchschnitt. Trotzdem leide auch die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz, sagt Andrea Wedig, Sprecherin International der IHKs Rheinland-Pfalz. Das erste Jahr der Trump-Administration habe deutliche Spuren in der rheinland-pfälzischen Wirtschaft hinterlassen.
Rheinland-Pfalz ist stark vom Export abhängig und gerade unsere wichtigsten Branchen wie der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie sind hier besonders stark betroffen.
RLP nach einem Jahr Trump: Schrumpfende Wirtschaft
Zahlen des Ifo-Instituts zeigen: Im dritten Quartal des vergangenen Jahres ist die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz um 0,4 Prozent geschrumpft. Das ist der zweitstärkste Rückgang aller Bundesländer - nicht nur, aber auch, wegen Trump. Der Maschinenbauer Wipotec aus Kaiserslautern zum Beispiel hat ein starkes US-Geschäft. Vertriebschef Volker Ditscher ist deshalb tagtäglich mit der Handelspolitik von Trump beschäftigt.
Die Thematik hält uns am Rotieren und wir müssen immer reagieren, damit wir entsprechend handeln können. Und natürlich müssen wir mit unseren Kunden reden, die davon teilweise massiv betroffen sind, wenn es zum Beispiel um Zölle geht.
IHK setzt auf neue Handelspartner
Das wird sich mit den neuen US-Zolldrohungen wegen Grönland sicher nicht so schnell ändern. Eine Chance für die restlichen drei Jahre Trump, auch für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg: gute Wirtschaftsbeziehungen zum Rest der Welt, sagt IHK-Stuttgart-Präsident Claus Paal. Dabei setzt er vor allem Hoffnungen in das neue Mercosur-Abkommen zwischen der EU und mehreren südamerikanischen Ländern und auch in die laufenden Verhandlungen zwischen der EU und Indien. "Das sind enorme Chancen. Ich hoffe wirklich, dass wir das hinbekommen. Denn das ist unser Modell: Freihandel!", sagt der Präsident der IHK Stuttgart.